Doximity von BofA abgestuft: KI-Risiken und Margendruck belasten Aktie
BofA Securities stuft Doximity von „Buy" auf „Underperform" herab und halbiert das Kursziel auf 20 Dollar.

BofA Securities hat Doximity am Montag drastisch herabgestuft – von „Buy" auf „Underperform". Gleichzeitig senkte die US-Großbank das Kursziel von 38 auf 20 US-Dollar. Die Aktie reagierte prompt: Im vorbörslichen Handel verlor das Papier rund 5 Prozent.
Als zentrale Gründe für den Schritt nennt BofA die begrenzte Visibilität der KI-gesteuerten Wachstumsstrategie, steigende Ausführungsrisiken sowie die Sorge, dass erhöhte Investitionsausgaben die Margen des Unternehmens über mehrere Jahre hinweg belasten werden. Damit vollzieht die Bank eine der deutlichsten Kehrtwenden, die ein Analyst bei einem Einzelwert vollziehen kann – von der höchsten zur niedrigsten Empfehlungsstufe.
Doximity ist eine auf Ärzte ausgerichtete digitale Plattform, die sich als führender Anbieter von Pharmawerbung an medizinisches Fachpersonal in den USA positioniert hat. Mit Produkten wie dem KI-Assistenten DoxGPT versucht das Unternehmen, seine Stellung im wachsenden Markt für KI-gestützte Gesundheitskommunikation auszubauen.
Wettbewerb durch KI-Rivalen wächst
BofA erkennt zwar an, dass Doximity strategisch richtige Investitionen tätigt. Dennoch sieht die Bank erhebliche Risiken durch den zunehmenden Wettbewerb von KI-fokussierten Konkurrenten wie OpenAI und OpenEvidence. Diese könnten es Doximity erschweren, die Ausgaben bestehender Pharmakunden auf der eigenen Plattform auszuweiten.
Die Bank erwartet zudem, dass Pharmaunternehmen ihre KI-Budgets künftig breiter über verschiedene Plattformen streuen werden. Das würde Doximitys Fähigkeit einschränken, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen – ein entscheidender Faktor für das bisherige Wachstumsmodell des Unternehmens.
Infolge dieser Einschätzung senkte BofA ihre Umsatzprognosen für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 und warnte, dass künftige Gewinnschätzungen weiterhin gefährdet seien. Der KI-Investitionszyklus von Doximity dürfte nach Einschätzung der Analysten mehrere Jahre andauern, da die Wettbewerber weiterhin aggressiv investieren.
Margenprognosen deutlich gesenkt
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Zur AktienanalyseBesonders ins Gewicht fällt die Revision der Margenziele. BofA senkte ihre EBITDA-Margenprognosen für die Geschäftsjahre 2028 und 2029 von zuvor über 51 Prozent auf nunmehr 46,5 beziehungsweise 46,0 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von mehr als vier bis fünf Prozentpunkten – ein erheblicher Einschnitt für ein Unternehmen, das bislang für seine branchenführende Profitabilität bekannt war.
Hinzu kommt ein strukturelles Risiko: Die Abhängigkeit von KI-Modellen dritter Anbieter könnte Doximity bei den Rechenkosten gegenüber vertikal integrierten Wettbewerbern benachteiligen. Gleichzeitig könnte Preisdruck die ohnehin schon unter Druck geratenen Margen weiter erodieren.
BofA bewertet Doximity nun mit etwa dem 9-fachen des erwarteten EV/EBITDA für das Jahr 2026. Das entspricht einem deutlichen Abschlag gegenüber führenden Vergleichsunternehmen aus dem Bereich Healthcare-IT. Die Analysten argumentieren, dass die Aktie angesichts des erhöhten Risikos einer anhaltenden Margenkompression ein niedrigeres Bewertungsmultiple verdiene – trotz der nach wie vor starken Wettbewerbsposition des Unternehmens im Kernmarkt.

