Doximity-Aktie explodiert: KI-Suche begeistert Anleger und Analysten
Die Medizinplattform Doximity überzeugte mit starken Quartalszahlen und spektakulären KI-Margen – die Aktie verdoppelte sich zeitweise.

Die Aktie der digitalen Medizinplattform Doximity hat am Freitag im vorbörslichen Handel zeitweise um mehr als 130% zugelegt. Auslöser war eine Kombination aus soliden Quartalsergebnissen, einer angehobenen Jahresprognose und vor allem überraschend starken Aussagen zur Rentabilität des neuen KI-Suchwerkzeugs. Zum offiziellen Handelsstart beruhigte sich der Kurs etwas, notierte zuletzt aber noch immer rund 59% im Plus.
CEO Jeffrey Tangney sorgte während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2027 für Aufsehen. „Es ist noch früh für unser KI-Suchprodukt, aber ich kann Ihnen sagen, dass wir pro Suche mehr als das Zehnfache an Umsatz im Vergleich zu den Kosten verdienen", erklärte er. Tangney ergänzte, dass die KI-Gesamtkosten langfristig eher sinken dürften, da die zugrundeliegenden Modelle effizienter werden.
Starke Quartalszahlen als solide Basis
Doximity meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 156,6 Millionen US-Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA von 74,8 Millionen US-Dollar – beides lag über den Konsensschätzungen der Analysten. Das Unternehmen hob zudem seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr um 6 Millionen US-Dollar an, was einer Steigerung von rund 5% entspricht. Die neue Spanne liegt nun zwischen 671 und 681 Millionen US-Dollar.
Analysten sehen in diesen Zahlen jedoch erst den Anfang. Jessica Tassan von Piper Sandler schrieb in einer Mitteilung an Kunden: „Die Anhebung für das Geschäftsjahr 2027 spiegelt keinen signifikanten Beitrag aus der expandierenden KI-Vertriebspipeline wider, die in der Telefonkonferenz und in weiteren Gesprächen beschrieben wurde." Tassan ist der Ansicht, dass das Management einen „konservativen Ansatz" bei den KI-Umsätzen im Ausblick verfolgt – das eigentliche Potenzial sei also noch nicht eingepreist.
Auch Michael Cherney von Leerink Partnerships zeigte sich optimistisch. Die KI-Suche „bestärkt die Zuversicht, dass die erhöhten KI-Investitionen letztendlich attraktive langfristige Margen unterstützen werden", schrieb er am Donnerstag an seine Kunden. CEO Tangney selbst deutete an, dass die KI-Suche nicht nur die Rentabilität steigert, sondern auch den adressierbaren Gesamtmarkt im Gesundheits- und Pharmasektor erheblich vergrößert. „Offen gesagt war der adressierbare Gesamtmarkt, den uns dies im Gesundheitswesen und in der Pharmabranche erschließt, eine echte Überraschung und ein positiver Faktor für uns", sagte er.
Short Squeeze verstärkt den Kursanstieg
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Zur AktienanalyseDer massive Kurssprung wurde durch einen sogenannten Short Squeeze zusätzlich befeuert. Laut FactSet waren vor der Ergebnisveröffentlichung rund 17% der frei handelbaren Aktien leerverkauft. Leerverkäufer wetten auf fallende Kurse und müssen bei einem starken Anstieg ihre Positionen glattstellen – also Aktien zurückkaufen. Dieser Zwangskauf verstärkte den ohnehin starken Aufwärtsdruck auf die Doximity-Aktie erheblich.
Für die Leerverkäufer bedeutete der Freitag entsprechend herbe Verluste. Doximity hatte vor dem Kurssprung einen Marktwert von 3,7 Milliarden US-Dollar und lag seit Jahresbeginn vor der Ergebnisbekanntgabe mit 50% im Minus. Der Kursanstieg markiert damit eine dramatische Trendwende für das Unternehmen, das Ärzten in den USA eine digitale Vernetzungsplattform bietet.


