Douglas-Aktie: Bank of America sieht 38% Kurspotenzial trotz Branchenflaute
BofA stuft Kosmetikhändler auf "Kaufen" hoch – Bewertung erscheint attraktiv bei 7-fachem Gewinn

Die Bank of America hat am Dienstag die Aktie der Douglas AG auf "Kaufen" hochgestuft und ein Kursziel von 14,80 Euro ausgegeben. Dies entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 38 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Die Analysten begründen ihre positive Einschätzung damit, dass die Bewertung des deutschen Kosmetikhändlers trotz verhaltener Branchenaussichten zu günstig erscheine.
Die Douglas-Aktie notiert derzeit mit weniger als dem 7-fachen des erwarteten Gewinns für das Geschäftsjahr 2026. Das liegt etwa 16 Prozent unter dem Bewertungsniveau der Wettbewerber. Die Eigenkapital-Free-Cashflow-Rendite beträgt rund 14 Prozent. Nach der Hochstufung legten die Papiere am Dienstag um fast 2 Prozent zu.
Normalisierung im Kosmetikmarkt belastet
Die BofA-Analysten um Joffrey Bellicha Meller erwarten für 2025 und 2026 ein Branchenwachstum von nur noch etwa 3 Prozent. Die europäische Nachfrage nach Kosmetik normalisiere sich nach den starken Pandemie-Jahren. Gleichzeitig verschärfe sich der Wettbewerb sowohl online als auch im stationären Handel, was zu höheren Rabatten und Margendruck führe.
Für Douglas bedeutet dies konkrete Herausforderungen: Die Analysten senken ihre Gewinnprognosen und erwarten nun, dass der Konzern das untere Ende seiner Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 erreichen wird. Als Hauptgründe nennen sie schwächere Marktbedingungen in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich sowie eine nachlassende Dynamik im Duftsegment, das rund 54 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht.
Margen unter Druck
"Angesichts der hohen Abhängigkeit des Konzerns von der Duftkategorie wird er zum ersten Mal seit vier Jahren wahrscheinlich nicht von einer positiven Preisdynamik profitieren", schreiben die Analysten. Die Bruttomarge dürfte im Geschäftsjahr 2026 auf etwa 44,1 Prozent zurückgehen – ein Niveau, das den Zeiten vor dem Kosmetik-Boom entspricht.
Die bereinigte EBIT-Marge wird voraussichtlich auf rund 7,3 Prozent sinken. Erhöhte Verkaufsförderungsaktivitäten und negative operative Skaleneffekte belasten die Rentabilität. Die Gewinnprognosen der BofA liegen nun 7 bis 12 Prozent unter dem Analystenkonsensus für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028.
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Zur AktienanalyseRisiken bereits eingepreist
Trotz des vorsichtigen operativen Ausblicks sehen die Analysten die genannten Risiken als bereits in der Bewertung berücksichtigt an. "Wir stufen die Aktie auf Kaufen hoch, da jede gute – oder weniger schlechte – Nachricht zu einer Neubewertung führen könnte", so die Einschätzung.
Die Bank erwartet, dass Douglas im Geschäftsjahr 2026 einen Free Cash Flow nach Leasingzahlungen von rund 267 Millionen Euro erwirtschaften wird. Eine verbesserte Effizienz des Betriebskapitals und kontrollierte Investitionsausgaben sollen dem Konzern helfen, seine Bilanz weiter zu entschulden. Dies stützt die positive Einschätzung der Analysten trotz der herausfordernden Marktbedingungen.


