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Dominikanische Republik stoppt GoldQuest-Bergbauprojekt nach Massenprotesten

Präsident Abinader ordnet Aussetzung des Romero-Projekts an – Tausende demonstrierten gegen Umweltrisiken durch Gold- und Kupferabbau.

Dominikanische Republik stoppt GoldQuest-Bergbauprojekt nach Massenprotesten

Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, hat am Montag alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Gold- und Kupferprojekt von GoldQuest Mining gestoppt. Auslöser waren Massenproteste, bei denen Tausende Bürger wegen Umweltbedenken auf die Straße gingen. Das betroffene Romero-Projekt liegt in der Provinz San Juan und wird vom kanadischen Unternehmen GoldQuest entwickelt.

Am Sonntag marschierten Tausende Demonstranten rund 20 Kilometer durch San Juan bis zum Sabaneta-Staudamm – einer wichtigen regionalen Wasserquelle, die sie durch den geplanten Bergbau bedroht sehen. An den Protesten nahm nach Angaben von Aktivisten ein breiter Querschnitt der Gesellschaft teil, darunter Lehrer, Ärzte, Agronomen, Ingenieure, Anwälte, Straßenverkäufer und Taxifahrer.

„Wenn Bürger Sorgen und Bedenken äußern, ist es unsere Pflicht, mit Vorsicht und Transparenz zu handeln", erklärte Abinader in einer Videobotschaft. Er betonte zudem, dass das Projekt trotz bereits 2005 erteilter Explorationskonzessionen bis heute keine Abbaugenehmigung erhalten habe. „Unter unserer Regierung ist die Initiative ausschließlich in der Phase der Umweltverträglichkeitsprüfung geblieben", so der Präsident.

Unternehmen und Bevölkerung im Konflikt

GoldQuest reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme zu Abinaders Anordnung. Bereits am Montag hatte das Unternehmen jedoch erklärt, die Demonstrationen zur Kenntnis zu nehmen und sich zu einer transparenten Entwicklung zu verpflichten. GoldQuest betonte außerdem, weniger schädliche physische Extraktionsmethoden anzuwenden und der lokalen Bevölkerung langfristig zugutekommen zu wollen.

Viele Bewohner der Provinz San Juan sehen das anders. Sie befürchten, dass Verschmutzung durch die Mine die Flüsse und Ackerflächen schädigen könnte, von denen sie wirtschaftlich abhängig sind. Ruben Moreta, Anführer einer lokalen Bewegung zum Schutz des Wassers, hatte am Sonntag gewarnt, dass die Proteste fortgesetzt würden, falls der Präsident nicht reagiere.

Bergbau vs. Umwelt: Ein regionales Dilemma

Der Fall in der Dominikanischen Republik steht exemplarisch für ein weit verbreitetes Spannungsfeld in Lateinamerika. Regierungen der gesamten Region kämpfen darum, die wirtschaftlichen Anreize von Bergbauprojekten mit Umweltverpflichtungen in Einklang zu bringen. Während Argentinien zuletzt Gesetze zugunsten von Bergbauunternehmen verabschiedet hat – unter anderem um den Zugang zu Gletscherregionen zu erleichtern –, wurde Panamas größte Kupfermine zur Schließung gezwungen. Auch diese Mine wurde von einem kanadischen Unternehmen betrieben und war wegen unzureichender staatlicher Abgaben sowie Umweltauswirkungen auf Boden, Wasser und Tierwelt in die Kritik geraten.

Die Dominikanische Republik ist kein unbeschriebenes Blatt im Bergbausektor: Im Land befindet sich mit Pueblo Viejo die größte Goldmine Lateinamerikas. Die Mine gehört mehrheitlich dem kanadischen Konzern Barrick Gold. Auch dort hat eine geplante Erweiterung der Absetzbecken in den vergangenen Jahren Proteste ausgelöst, da hunderte überwiegend ländliche Familien aus ihren Gemeinden umgesiedelt werden mussten.

Der Konflikt um das Romero-Projekt zeigt, wie sensibel das Thema Rohstoffabbau in der Region bleibt – besonders wenn lokale Wasserversorgung und landwirtschaftliche Flächen als gefährdet gelten. Ob die Aussetzung dauerhaft bleibt oder lediglich eine vorübergehende Maßnahme darstellt, ist derzeit noch offen.

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