Dollar vor US-Konjunkturdaten leicht erholt – Pfund unter Druck
Greenback handelt nahe Einwochentief vor wichtigen Wirtschaftsindikatoren, während Sterling wegen Regierungskrise schwächelt.

Der US-Dollar notierte am Dienstag leicht im Plus, bewegte sich jedoch weiterhin in der Nähe seiner Einwochentiefs. Der Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen misst, stieg geringfügig auf 96,70 Punkte – ein Niveau, das zuletzt Ende Januar erreicht wurde. Anleger halten sich vor einer Reihe wichtiger US-Konjunkturdaten zurück.
Im Fokus stehen die Einzelhandelsumsätze für Dezember, die noch am Dienstag veröffentlicht werden. Am Mittwoch folgen die Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft für Januar, bevor am Freitag die Verbraucherpreisdaten anstehen. Die Märkte suchen nach Hinweisen auf den künftigen Kurs der US-Geldpolitik, nachdem Präsident Donald Trump Kevin Warsh als Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell nominiert hat.
Warsh gilt als weniger "taubenhaft" als einige Alternativen, was zunächst eine deutliche Dollar-Erholung auslöste. Allerdings deutete Kevin Hassett, Vorsitzender des National Economic Council, an, dass schwächere Arbeitsmarktdaten nicht zur Panik führen sollten. Die Analysten von ING erwarten, dass sich der Dollar-Index in den kommenden Tagen in einer Spanne von 96,50 bis 97,50 bewegen wird.
Politische Krise belastet britisches Pfund
Das Pfund Sterling gab am Dienstag um 0,1 Prozent auf 1,3683 Dollar nach. Die britische Währung steht unter Druck, da Premierminister Keir Starmer mit einer Regierungskrise kämpft. Anas Sarwar, Vorsitzender der schottischen Labour Party, forderte am Montag Starmers Rücktritt – eine Forderung, die der Premier ablehnte.
Auslöser der Kontroverse ist die Ernennung von Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA. Dessen enge Verbindungen zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sind in den Fokus geraten. Ruth Gregory, stellvertretende Chefökonomin bei Capital Markets, warnt, dass ein Führungswechsel zunächst zu steigenden Anleiherenditen und einem schwächeren Pfund führen dürfte.
Längerfristig könnte eine Lockerung der Fiskalpolitik die britische Währung zusätzlich belasten. Die Märkte preisen zudem verstärkt weitere Zinssenkungen der Bank of England ein, was das Pfund zusätzlich unter Druck setzt.
Euro stabil – Yen profitiert von Interventionsdrohungen
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer Euro notierte weitgehend unverändert bei 1,1916 Dollar, nachdem er am Montag um 0,9 Prozent zugelegt hatte. Die Analysten von ING sehen die Marke von 1,1920/25 als entscheidende Hürde für einen weiteren Anstieg in Richtung 1,1960 Dollar. Ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht könnte den Weg zur psychologisch wichtigen Marke von 1,20 Dollar ebnen.
Der japanische Yen legte um 0,2 Prozent zu, wobei das Währungspaar Dollar/Yen auf 155,53 fiel. Warnungen der japanischen Regierung vor möglichen Devisenmarktinterventionen stützten die Währung. Dies half dem Yen, Sorgen über steigende Staatsausgaben unter Premierministerin Sanae Takaichi zu trotzen.
Takaichis Regierungskoalition verfügt nach der Wahl am Wochenende über eine Zweidrittelmehrheit im Unterhaus. Dies gibt ihr ausreichend politischen Spielraum für umfassende Haushalts- und Steuerreformen, die höhere Staatsausgaben und potenzielle Steuererleichterungen umfassen dürften.


