Dollar unter Druck: Trump-Politik belastet US-Währung massiv
Der US-Dollar erlebt turbulente Zeiten: Trumps erratische Handelspolitik, Angriffe auf die Fed und geopolitische Spannungen treiben Investoren in alternative Anlagen. Der Greenback steuert auf den größten Dreitagesverlust seit April 2025 zu.

Der US-Dollar gerät im Jahr 2026 erneut massiv unter Druck. Nach dem größten Jahresverlust seit 2017 – einem Minus von über 9 Prozent im vergangenen Jahr – setzt sich die Schwächephase fort. Am Montag steuerte der Dollar auf seinen größten Dreitagesverlust gegenüber einem Korb wichtiger Währungen seit April 2025 zu.
Trump-Politik sorgt für Verunsicherung
Die Ursachen für den Dollarverfall sind vielfältig. US-Präsident Donald Trump sorgt mit seinem unberechenbaren Kurs für anhaltende Nervosität an den Märkten. Allein in diesem Monat drohte er mit der Übernahme Grönlands, kündigte neue Zölle gegen europäische Verbündete an und leitete Schritte zur strafrechtlichen Verfolgung von Fed-Chef Jerome Powell ein. Am Samstag drohte er Kanada mit einem faktischen Handelsembargo.
"Es kommen eine Reihe von Faktoren zusammen", erklärt Seema Shah, Chef-Globalstratege bei Principal Asset Management mit einem verwalteten Vermögen von über 600 Milliarden Dollar. "Die Fundamentaldaten kommen zusammen, und zwar schneller als erwartet."
Fed-Zinssenkungen belasten Dollar zusätzlich
Neben der politischen Unsicherheit belastet auch die Geldpolitik den Greenback. Die Federal Reserve wird voraussichtlich die Zinsen in diesem Jahr noch mindestens zweimal senken, während andere wichtige Zentralbanken pausieren oder die Zinsen sogar anheben könnten. Dies macht den Dollar für Investoren deutlich weniger attraktiv.
Besondere Brisanz erhält die Situation durch den bevorstehenden Rücktritt von Fed-Chef Powell im Mai. Online-Wettmärkte sehen mittlerweile eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Rick Rieder, Anleihenchef von BlackRock und ebenfalls Befürworter niedrigerer Zinsen, sein Nachfolger wird – vor einer Woche lag diese Quote noch unter 10 Prozent.
Anleger suchen Alternativen
Die Verunsicherung treibt Investoren in alternative sichere Häfen. Der Goldpreis klettert auf neue Rekordhöhen, während Euro, Pfund Sterling und Schweizer Franken vom Dollar-Ausverkauf profitieren. "Diese Drohung eines Regierungsstillstands verstärkt den Rückenwind, der den Dollar belastet", warnt Mark Spindel, Chief Investment Officer von Potomac River Capital in Washington.
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Zur AktienanalyseFragile Marktstimmung
Die Volatilität an den Märkten bleibt hoch. Besonders der aggressive Ausverkauf japanischer Staatsanleihen könnte auf US-Treasuries übergreifen und die Situation weiter verschärfen. Trumps Innenpolitik, einschließlich des aggressiven Vorgehens gegen illegale Einwanderung, bei dem diesen Monat zwei US-Bürger ums Leben kamen, droht zudem mit einem erneuten Regierungsstillstand.
Während die globalen Aktienmärkte im vergangenen Jahr stark zulegen konnten – getrieben von der KI-Euphorie – blieb die Performance des S&P 500 seit Trumps Amtseinführung hinter anderen Märkten zurück. Analysten sehen dies als weiteres Warnsignal für die Attraktivität amerikanischer Investments.


