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Dollar erholt sich nach Fed-Protokoll: Keine Eile bei Zinssenkungen

US-Notenbank signalisiert Geduld bei Zinsentscheidungen, während mehrere Mitglieder Zinserhöhungen nicht ausschließen.

Dollar erholt sich nach Fed-Protokoll: Keine Eile bei Zinssenkungen

Der US-Dollar hat sich am Donnerstag von seinen jüngsten Tiefstständen erholt und seine Gewinne gegenüber wichtigen Währungen ausgebaut. Auslöser war das Protokoll der jüngsten Federal Reserve-Sitzung, das eine abwartende Haltung der US-Notenbank bei künftigen Zinssenkungen offenbart. Die US-Renditen zogen daraufhin an, und der Dollar festigte seine Position gegenüber Euro und Yen im frühen asiatischen Handel.

Das Fed-Protokoll zeigt eine deutliche Uneinigkeit unter den Entscheidungsträgern über den künftigen Kurs der Geldpolitik. Mehrere Mitglieder des Offenmarktausschusses schlossen sogar Zinserhöhungen nicht aus, sollte sich die Inflation als hartnäckiger erweisen als erwartet. Die meisten Teilnehmer warnten, dass Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung langsam und ungleichmäßig verlaufen könnten.

"Dies deutet darauf hin, dass keine große Dringlichkeit für erneute Zinssenkungen besteht, zumindest nicht vor dem Ende der Amtszeit des derzeitigen Vorsitzenden Jerome Powell im Mai", kommentierte Peter Dragicevich, Währungsstratege bei Corpay. Der neue Fed-Vorsitzende, der sein Amt im Mai antreten soll, dürfte es schwer haben, Zinssenkungen durchzusetzen.

Euro und Pfund unter Druck

Der Euro notierte bei 1,1788 Dollar und blieb damit unter der Marke von 1,18 Dollar. Belastend wirkte ein Bericht, wonach EZB-Präsidentin Christine Lagarde plant, ihr Amt vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit im Oktober nächsten Jahres niederzulegen. Das britische Pfund bewegte sich bei 1,3497 Dollar.

Einige Fed-Mitglieder erwarten zwar, dass Produktivitätsgewinne die Inflation dämpfen werden. Die Mehrheit der Entscheidungsträger mahnt jedoch zur Vorsicht und sieht das Risiko, dass die Teuerung über dem Zweiprozent-Ziel verharren könnte. Die Märkte richten ihren Blick nun auf die weltweiten Einkaufsmanagerindizes sowie die US-BIP-Daten, die am Freitag veröffentlicht werden.

Yen schwächelt trotz Investitionszusagen

Der japanische Yen geriet unter Druck und verlor über Nacht ein Prozent auf 154,78 zum Dollar. Dies geschah trotz der Ankündigung von US-Investitionsprojekten im Wert von 36 Milliarden Dollar durch die Trump-Administration – ein erster Teil der von Japan zugesagten US-Investitionsverpflichtung von 550 Milliarden Dollar. Der Yen hatte erst letzte Woche nach dem Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi kurzzeitig die Marke von 152 getestet.

"Direkte japanische Investitionen in den USA werden in diesem Jahr ein wichtiger Beobachtungsfaktor sein", sagte Chris Turner, globaler Forschungsleiter bei ING. Die entscheidende Frage sei, ob diese Investitionen den Dollar stützen oder ob Japan seine Devisenreserven zur Absicherung nutzt, um Druck auf den Yen zu vermeiden. Letzteres scheine das von Tokio bevorzugte Ergebnis zu sein.

Pazifik-Währungen mit unterschiedlicher Entwicklung

Der neuseeländische Dollar verzeichnete seinen stärksten prozentualen Rückgang seit dem Zoll-Schock im vergangenen April und fiel um fast 1,4 Prozent auf knapp unter 0,60 Dollar. Die neuseeländische Zentralbank hatte zuvor eine vorsichtigere Haltung zu künftigen Zinserhöhungen eingenommen als vom Markt erwartet. Der australische Dollar notierte bei 0,7045 Dollar und wartete auf wichtige Arbeitsmarktdaten, die die Erwartungen für künftige Zinserhöhungen beeinflussen könnten.

Der chinesische Yuan zeigte sich im dünnen asiatischen Handel stabil bei 6,89 zum Dollar. Feiertage in Hongkong, China und Taiwan sorgten für reduzierte Handelsaktivität an den Devisenmärkten.

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