DOGE-Kürzungen: 352.000 US-Bundesbedienstete verloren ihre Jobs
Ein Jahr nach Trumps radikalem Personalabbau finden ehemalige Regierungsmitarbeiter neue Perspektiven in Kommunalverwaltungen.

Die drastischen Personalkürzungen unter Präsident Donald Trump haben die US-Bundesverwaltung grundlegend verändert. Rund 352.000 Mitarbeiter verließen im vergangenen Jahr ihre Positionen – der größte Stellenabbau in der Geschichte der amerikanischen Bundesverwaltung. Mehr als 123.000 davon nahmen das Angebot des "aufgeschobenen Rücktritts" an, bei dem Abfindungen gezahlt wurden.
Chantel Williams gehörte zu den Betroffenen. Die ehemalige Mitarbeiterin der General Services Administration (GSA) im Einstellungs- und Rekrutierungsteam erlebte Monate der Ungewissheit. "Es war schwierig, jeden Tag mit dem Wunsch aufzuwachen, weiterhin zu dienen, aber das Gefühl zu haben, dass die Führung andere Prioritäten setzt", beschreibt Williams die Situation. Letztendlich entschied sie sich für den aufgeschobenen Rücktritt.
Die Kürzungen erfolgten im Rahmen des "Department of Government Efficiency" (DOGE) unter der Leitung von Elon Musk. Zu den am stärksten betroffenen Behörden zählten die U.S. Agency for International Development (USAID), das Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) sowie das Gesundheits- und Bildungsministerium. Das U.S. Office of Personnel Management bezeichnete die Maßnahmen als "im Einklang mit Präsident Trumps Ziel einer kleineren, effizienteren Regierung".
Neue Perspektiven in Kommunalverwaltungen
Caitlin Lewis erkannte die Not der entlassenen Bundesbediensteten und reagierte mit ihrer gemeinnützigen Organisation "Work for America". Die im November 2024 gegründete Initiative hilft über die Plattform "Civic Match" ehemaligen Bundesangestellten, neue Positionen auf staatlicher und lokaler Ebene zu finden. Lewis, Tochter eines Waldbrandbekämpfers, brachte ihre Erfahrungen aus der New Yorker Stadtverwaltung unter Bürgermeister Bill de Blasio ein.
Das Team von Work for America wuchs innerhalb eines Jahres von zwei auf 15 Mitarbeiter. Die überwiegende Mehrheit stammt aus früheren Karrieren in staatlichen, lokalen und bundesstaatlichen Behörden. Vier Mitarbeiter kamen direkt aus Positionen der Bundesregierung – darunter Chantel Williams, die nun als Produkt- und Datenmanagerin für die Organisation tätig ist.
Im vergangenen Jahr vermittelte Work for America fast 200 Arbeitssuchende in neue Positionen, davon 150 ehemalige Bundesangestellte. Seit der Wahl von Trump haben sich mehr als 12.800 Arbeitssuchende bei Civic Match angemeldet, die mehr als 30 Bundesbehörden repräsentieren. Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Personalverschiebung von der Bundes- zur Kommunalebene.
Schwieriger Neustart trotz Qualifikation
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Zur AktienanalyseNate Haight verbrachte ein Jahrzehnt seiner Karriere bei USAID, zunächst als Praktikant, später als Bildungsberater und Spezialist für Verträge und Zuschüsse im Büro für Lateinamerika und die Karibik. Im Februar vergangenen Jahres erfuhr er, dass seine Stelle höchstwahrscheinlich gestrichen würde. Er nahm das Angebot des aufgeschobenen Rücktritts an und fand über Civic Match eine neue Position als Zuschussverwalter für die Stadt Indianapolis und das Marion County.
Die Konkurrenz auf lokaler Ebene ist jedoch hart. Viele hochqualifizierte ehemalige Bundesangestellte bewerben sich gleichzeitig auf dieselben Stellen. Hope Rahill, ehemalige politische Ernannte der Biden-Regierung und nun Direktorin für Personal und Kultur bei Work for America, berichtet: "Viele ehemalige Mitarbeiter sind immer noch auf der Suche nach Arbeit und steuern auf ein Jahr Arbeitslosigkeit oder Unterbeschäftigung zu."
In den kommenden Monaten plant Civic Match die Einführung neuer Funktionen, darunter KI-gestützte Kandidaten-Matching-Scores, verbessertes Standort-Targeting für Stellenanzeigen und stadtspezifische Seiten. Die Initiative zeigt, wie sich der öffentliche Dienst in den USA neu organisiert – weg von der Bundesebene, hin zu lokalen Verwaltungen, die von der Expertise der entlassenen Fachkräfte profitieren.


