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DOGE-Berater diskutierte Verträge mit eigenen Investitionsunternehmen

Ein hochrangiger DOGE-Mitarbeiter soll Regierungsaufträge für Firmen beaufsichtigt haben, in die er selbst investiert war.

DOGE-Berater diskutierte Verträge mit eigenen Investitionsunternehmen

Ein hochrangiger Berater in der Regierung von Präsident Donald Trump steht im Mittelpunkt eines Interessenkonflikts: Josh Gruenbaum, ehemaliger DOGE-Rekrut und Leiter der staatlichen Beschaffungsaktivitäten beim Federal Acquisition Service (FAS) der General Services Administration (GSA), soll Regierungsaufträge für Unternehmen diskutiert und beaufsichtigt haben, an denen er selbst finanziell beteiligt war. Dies berichtete das Wall Street Journal am Samstag unter Berufung auf Bundesunterlagen, Finanzoffenlegungen und mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Laut dem Bericht investierte Gruenbaum im März 2025 zwischen 100.001 und 250.000 US-Dollar in einen Fonds der Venture-Capital-Gesellschaft Thrive Capital. Zehn Monate nach dieser Investition vergab der FAS einen Direktauftrag im Wert von 1,8 Millionen US-Dollar an das KI-Unternehmen Databricks – ein Unternehmen, das von Thrive Capital unterstützt wird.

Darüber hinaus war Gruenbaum dem Bericht zufolge an Gesprächen im Zusammenhang mit einem separaten Gebot des Fintech-Unternehmens Ramp beteiligt. Auch Ramp ist ein Portfoliounternehmen von Thrive Capital, was den potenziellen Interessenkonflikt weiter vertieft.

Gruenbaum: Offenlegung und Befangenheitserklärung

Gruenbaum selbst wies die Vorwürfe zurück und erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, er habe die Investition ordnungsgemäß offengelegt und eng mit Ethikbeauftragten zusammengearbeitet. Zudem habe er sich bei den betreffenden Verträgen für befangen erklärt. Er legte dem Journal Dokumente vor, die eine ethische Genehmigung für die Investition belegen sollen.

Der Fall wirft grundlegende Fragen über die Kontrollmechanismen innerhalb von DOGE – dem von Elon Musk ins Leben gerufenen Effizienzprogramm der Trump-Regierung – auf. DOGE-Mitarbeiter wurden in zahlreiche Behörden entsandt, um Ausgaben zu überprüfen und Einsparungen zu identifizieren. Dabei erhielten viele dieser Berater weitreichenden Zugang zu sensiblen Regierungsprozessen, darunter auch Beschaffungsentscheidungen in Milliardenhöhe.

Der Freitag markierte laut dem Wall Street Journal Gruenbaums letzten Arbeitstag in der Regierung. Ob sein Ausscheiden im Zusammenhang mit den Berichten über den Interessenkonflikt steht, geht aus dem Artikel nicht hervor.

Hintergrund: DOGE und staatliche Beschaffung

Der Federal Acquisition Service der GSA ist eine der zentralen Beschaffungsbehörden der US-Bundesregierung. Er verwaltet Verträge für eine Vielzahl von Regierungsbehörden und vergibt jährlich Aufträge in Milliardenhöhe. Die Vergabe von Direktaufträgen – also ohne öffentliche Ausschreibung – unterliegt dabei besonderen Transparenz- und Ethikanforderungen, um Interessenkonflikte zu vermeiden.

Thrive Capital ist eine in New York ansässige Venture-Capital-Gesellschaft, die vor allem in Technologie- und Fintech-Unternehmen investiert. Das Portfolio umfasst neben Databricks und Ramp weitere bekannte Start-ups aus dem Silicon Valley und darüber hinaus. Der Fall Gruenbaum reiht sich in eine wachsende Debatte über mögliche Interessenkonflikte innerhalb der Trump-Regierung ein, bei der zahlreiche Berater aus der Privatwirtschaft in einflussreiche Regierungspositionen gewechselt sind.

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