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DIW senkt Wachstumsprognose: Iran-Energieschock bedroht deutsche Konjunktur

Das DIW Berlin warnt vor zwei Schrumpfungsquartalen und kürzt seine Wachstumsprognose für Deutschland deutlich.

DIW senkt Wachstumsprognose: Iran-Energieschock bedroht deutsche Konjunktur

Das Berliner Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Konjunkturprognose für Deutschland spürbar nach unten korrigiert. Für das laufende Jahr erwartet das Institut nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent – rund einen halben Prozentpunkt weniger als noch im Frühjahr prognostiziert. Für das Jahr 2027 rechnet das DIW mit einem Wachstum von lediglich 0,8 Prozent.

Besonders besorgniserregend: Das Institut erwartet, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im zweiten und dritten Quartal leicht schrumpfen wird. Erst gegen Ende des Jahres soll eine Stabilisierung einsetzen. Viele Ökonomen definieren zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wachstum als technische Rezession – genau dieses Szenario droht Deutschland nun.

Energiepreise als zentraler Belastungsfaktor

Als Hauptursache für die Wachstumsschwäche nennt das DIW den Anstieg der Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Energieschocks. Höhere Energiepreise treiben die Verbraucherpreise in die Höhe, schwächen die Kaufkraft der privaten Haushalte und erhöhen die Unsicherheit für Unternehmen. Die Inflation dürfte laut DIW in diesem Jahr auf 2,9 Prozent steigen und 2027 bei 3,0 Prozent liegen – und damit jeweils über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von 2,0 Prozent.

Geraldine Dany-Knedlik, Konjunkturchefin des DIW, ordnet die Lage jedoch differenziert ein: „Der Energiepreisschock bremst die Erholung spürbar – aber wir erleben keine Wiederholung von 2022/23." Sie betont, dass die Energieversorgung sicher bleibe und Deutschland heute deutlich weniger abhängig von Importen fossiler Brennstoffe sei als noch nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine.

Staatliche Ausgaben als Konjunkturstütze

Einen noch stärkeren wirtschaftlichen Abschwung verhindert laut DIW die Fiskalpolitik. Höhere öffentliche Ausgaben – darunter gestiegene Verteidigungsausgaben und Mittel aus Infrastrukturfonds – wirken als Puffer gegen die negativen Effekte des Energiepreisschocks. Ohne diese staatlichen Impulse wäre die Prognose wohl noch düsterer ausgefallen.

Die neue DIW-Einschätzung reiht sich in eine Serie pessimistischer Konjunkturprognosen für Deutschland ein. Die größte Volkswirtschaft Europas kämpft seit mehreren Jahren mit strukturellen Herausforderungen wie hohen Energiekosten, schwacher Industrienachfrage und geopolitischen Unsicherheiten. Der aktuelle Energieschock verschärft diese Ausgangslage zusätzlich – auch wenn das DIW betont, dass die Situation mit der Energiekrise von 2022/23 nicht vergleichbar sei.

Für Verbraucher und Unternehmen bedeutet die Prognose: Die erhoffte wirtschaftliche Erholung verzögert sich weiter. Die anhaltend hohe Inflation oberhalb des EZB-Ziels dürfte zudem den Spielraum für geldpolitische Lockerungen begrenzen und die Kaufkraft der Haushalte unter Druck halten.

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