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Disney-Chef soll Kimmel-Trump-Streit eigenständig lösen

Verwaltungsratschef James Gorman vertraut auf neuen CEO Josh D'Amaro im politisch heiklen Konflikt um Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel.

Disney-Chef soll Kimmel-Trump-Streit eigenständig lösen

Disney-Verwaltungsratschef James Gorman hat sich am Dienstag klar positioniert: Die Entscheidung darüber, wie der Konzern auf den Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und ABC-Moderator Jimmy Kimmel reagiert, liegt beim neuen CEO Josh D'Amaro. Gorman äußerte sich auf einer Wirtschaftskonferenz in Oslo und zeigte sich dabei demonstrativ gelassen.

„Wir haben mit Josh D'Amaro einen hervorragenden neuen CEO, er ist Weltklasse. Ich bin daher sicher, dass er der Situation gewachsen sein und das Richtige tun wird", sagte Gorman auf der Konferenz. D'Amaro hatte erst im vergangenen Monat die Führung des Medien- und Unterhaltungskonzerns übernommen.

Hintergrund: Trumps Forderung nach Kimmels Entlassung

Der Konflikt entzündete sich an einem Witz, den Kimmel beim Korrespondenten-Dinner im Weißen Haus am Samstag gemacht hatte. Kimmel sprach dabei über Melania Trump und beschrieb sie mit einem „Strahlen wie eine werdende Witwe" – eine Anspielung, die er selbst als Bezug auf den Altersunterschied zwischen der First Lady und ihrem Ehemann erklärte.

US-Präsident Trump forderte daraufhin am Montag öffentlich, Kimmel solle von ABC und dessen Muttergesellschaft Disney entlassen werden. Damit schloss er sich der Kritik seiner Ehefrau Melania an, die Kimmels Äußerungen ebenfalls scharf verurteilte. Kimmel wies am Montag den Vorwurf zurück, sein Witz sei ein „Aufruf zum Attentat" gewesen.

Der Vorfall ereignete sich in einem ohnehin angespannten Umfeld: Der Präsident, seine Frau und weitere hochrangige Regierungsbeamte wurden nach einer Schießerei in der Lobby des Washington Hilton am Samstagabend aus dem Saal gebracht.

Gorman betont Rolle des Verwaltungsrats

Gorman machte deutlich, dass große Unternehmen regelmäßig mit „derartigen Problemen" konfrontiert werden, die es zu lösen gelte. „Es ist die Aufgabe des CEO und seines Teams, die richtige Antwort zu finden, wobei sie vom Verwaltungsrat unterstützt werden", sagte er. Einen konkreten Rat zu der Sendung „Jimmy Kimmel Live!" wollte Gorman jedoch nicht geben und lehnte entsprechende Fragen ab.

Für Anleger ist der Vorfall aus mehreren Gründen relevant. Disney steht als Mutterkonzern von ABC im Kreuzfeuer eines politischen Konflikts mit der US-Regierung. Solche öffentlichen Auseinandersetzungen können Werbeeinnahmen, das Unternehmensimage und letztlich den Aktienkurs beeinflussen. Gleichzeitig testet der Fall den noch jungen CEO D'Amaro, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist.

James Gorman ist als Verwaltungsratschef von Disney eine erfahrene Führungspersönlichkeit. Er ist zugleich Chairman und CEO von Morgan Stanley und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Finanz- und Unternehmensführung. Sein demonstratives Vertrauen in D'Amaro sendet ein klares Signal: Disney will die Angelegenheit intern und ohne öffentlichen Druck lösen.

Wie D'Amaro und sein Team letztlich auf die Forderungen des Weißen Hauses reagieren werden, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung dürfte nicht nur für die Zukunft von „Jimmy Kimmel Live!" richtungsweisend sein, sondern auch zeigen, wie Disney unter neuer Führung mit politischem Gegenwind umgeht.

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