Disney-CEO Iger trifft Chinas Vizepremier: Neue Investitionen trotz Spannungen
Disney-Chef Bob Iger wurde von Chinas Vizepremier Ding Xuexiang zu weiteren Investitionen im Reich der Mitte ermutigt. Ein bemerkenswertes Signal inmitten der angespannten Handelsbeziehungen zwischen Washington und Peking.

Disney-CEO Bob Iger hat bei einem hochrangigen Treffen in China grünes Licht für weitere Investitionen erhalten. Vizepremier Ding Xuexiang ermutigte den Unterhaltungskonzern ausdrücklich, sein Engagement im Land auszubauen – eine bemerkenswerte Geste, nachdem Peking im vergangenen April noch gedroht hatte, Hollywood-Importe als Reaktion auf US-Zölle weiter einzuschränken.
Komplexer Markt mit 19 Billionen Dollar Wirtschaftskraft
Chinas Wirtschaft mit einem Volumen von 19 Billionen Dollar stellt für US-Filmstudios ein zwiespältiges Geschäftsfeld dar. Einerseits bietet die wachsende, wohlhabende urbane Mittelschicht ein lukratives Publikum für Themenparks und Entertainment-Angebote. Andererseits kontrolliert Peking streng die Anzahl ausländischer Filme, die jährlich ins Land gelassen werden – aktuell sind es nur 10 Hollywood-Produktionen pro Jahr.
Diese Beschränkung könnte das Interesse an den Film-Franchises dämpfen, die eigentlich Besucher in die Disney-Parks locken sollen. Trotzdem haben sowohl Disney als auch Universal Studios ihre Themenparks in Shanghai beziehungsweise Peking eröffnet und setzen auf die physische Präsenz vor Ort.
Heimische Produktionen dominieren die Kinos
Die Strategie Pekings, chinesische Zuschauer auf im Inland produzierte Filme zu lenken, zeigt deutliche Erfolge. Im vergangenen Jahr verhalf das chinesische Publikum dem Animationsfilm "Ne Zha 2" dazu, Pixars "Alles steht Kopf 2" zu überholen und zum umsatzstärksten Animationsfilm aller Zeiten aufzusteigen.
Nach Schätzungen von Analysten machen Hollywood-Filme mittlerweile nur noch rund 5 Prozent der gesamten Kinoeinnahmen auf Chinas Märkten aus. Der zweitgrößte Filmmarkt der Welt entwickelt sich zunehmend zu einer Domäne einheimischer Produktionen.
Iger setzt auf langfristige China-Strategie
Bob Iger, der Disneys Medienimperium durch hochkarätige Übernahmen von Pixar, Marvel und der Star-Wars-Franchise ausbaute, überwachte bereits die erfolgreiche Eröffnung von Shanghai Disneyland. Sein aktueller Besuch heizt erneut Spekulationen an, dass der Unterhaltungsgigant Pläne für einen zweiten Freizeitpark im Land verfolgen könnte.
"Disney ist voller Zuversicht hinsichtlich der Entwicklung Chinas und wird die Investitionen in China weiter ausweiten", wurde Iger nach dem Treffen zitiert. Eine klare Ansage, die zeigt, dass das "Haus der Maus" trotz geopolitischer Spannungen auf den chinesischen Markt setzt.
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Zur AktienanalyseSignalwirkung für US-Unternehmen
Das Treffen zwischen Iger und Vizepremier Ding Xuexiang sendet ein wichtiges Signal an andere US-Konzerne. Trotz der anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China scheint Peking weiterhin an ausgewählten ausländischen Investitionen interessiert zu sein – insbesondere im Bereich Unterhaltung und Freizeitindustrie.
Für Disney bedeutet dies die Chance, seine Position im bevölkerungsreichsten Land der Erde weiter auszubauen, auch wenn die Herausforderungen durch staatliche Regulierung und den wachsenden Wettbewerb durch lokale Anbieter bestehen bleiben.


