Discord prüft offenbar Börsengang
Chatplattform arbeitet mit Banken und beobachtet wiederbelebten US-IPO-Markt

Die Chatplattform Discord wird sich voraussichtlich in den kommenden Wochen intensiver mit einem möglichen Börsengang befassen. Nach übereinstimmenden Berichten aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen hat das Unternehmen mit Sitz in San Francisco einen vertraulichen Antrag für einen Börsengang eingereicht. Damit würde Discord einen weiteren Schritt in Richtung Kapitalmarkt gehen, auch wenn der endgültige Entschluss noch nicht gefallen ist. Die Gespräche befinden sich demnach in einem frühen Stadium und könnten ebenso ohne ein öffentliches Listing enden.
Discord arbeitet nach den vorliegenden Informationen mit den Investmentbanken Goldman Sachs und JPMorgan Chase zusammen. Bereits im Frühjahr sollen entsprechende Vorbereitungen angelaufen sein. Beide Banken zählen zu den erfahrensten Begleitern von Technologieunternehmen bei Börsengängen und waren in den vergangenen Jahren an zahlreichen großen Transaktionen beteiligt. Offizielle Stellungnahmen der beteiligten Finanzhäuser liegen bislang nicht vor.
Die Plattform Discord ist vor allem bei Gamern und Programmierern verbreitet und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Kommunikationswerkzeug für Online-Communities entwickelt. Neben Textnachrichten bietet der Dienst Sprach- und Videochats sowie Funktionen zur Organisation größerer Nutzergruppen. Nach Unternehmensangaben aus dem Dezember verzeichnet Discord mehr als 200 Millionen monatlich aktive Nutzer weltweit. Diese Reichweite bildet eine wesentliche Grundlage für das Geschäftsmodell, das unter anderem auf Abonnements und zusätzlichen kostenpflichtigen Funktionen basiert.
Vertreter des Unternehmens betonen, dass der strategische Fokus weiterhin auf dem Ausbau des Angebots und der Stabilität des Geschäfts liege. Man konzentriere sich darauf, den Nutzern eine möglichst reibungslose und hochwertige Erfahrung zu bieten und gleichzeitig ein langfristig tragfähiges Unternehmen aufzubauen. Zu konkreten Börsenplänen wollte sich Discord darüber hinaus nicht äußern.
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Zur AktienanalyseEin möglicher Börsengang von Discord würde in eine Phase fallen, in der der US-Markt für Erstplatzierungen wieder an Dynamik gewinnt. Nachdem das Umfeld für neue Emissionen zeitweise als schwierig galt, haben sich die Bedingungen zuletzt verbessert. Technologieunternehmen konnten im vergangenen Jahr an US-Börsen deutlich mehr Kapital einsammeln als zuvor. Vor diesem Hintergrund prüfen zahlreiche Start-ups und etablierte Techfirmen erneut den Schritt an die Börse. Discord könnte sich damit in eine Reihe weiterer Unternehmen einordnen, die den Kapitalmarkt als nächsten Entwicklungsschritt in Betracht ziehen.


