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Dieselimporte steigen auf mehrjährigen Höchststand

Schwache Nachfrage in Asien und niedrige Exporte belasten den Markt in Singapur

Dieselimporte steigen auf mehrjährigen Höchststand

Singapur verzeichnet im Februar voraussichtlich die höchsten Dieselimporte seit mehreren Jahren. Nach Angaben von zwei Schiffstrackern und Handelsquellen sollen die Einfuhren in den Stadtstaat über 6,7 Millionen Barrel erreichen. Dies stellt den höchsten Stand seit zwei Jahren dar, wie aus Daten des Informationsdienstleisters LSEG hervorgeht. Gleichzeitig fallen die Dieselausfuhren aus Singapur auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr und werden voraussichtlich bei etwa 3,9 Millionen Barrel liegen, wie Daten von Kpler zeigen.

Die Entwicklung ist auf eine schwache Nachfrage in anderen asiatischen Regionen zurückzuführen, die Händler dazu veranlasste, ihre Ladungen nach Singapur, dem wichtigsten Öllagerzentrum der Region, umzuleiten. Insbesondere Südkorea und Taiwan lieferten im Februar große Mengen Diesel in den Stadtstaat. Charles Ong, leitender Analyst bei LSEG Oil Research, erklärte, dass südkoreanische Ladungen aufgrund begrenzter Absatzmöglichkeiten in andere Länder umgelenkt wurden. Die Nachfrage aus Australien sei teilweise durch Dieselimporte aus Indien gedeckt worden, die im Februar ein Dreimonatshoch erreichten.

Auch in anderen Ländern der Region zeigte sich eine schwache Nachfrage. Insbesondere Vietnam und die Philippinen verzeichneten im Februar Dieselimporte auf dem niedrigsten Stand seit drei Monaten. Handelsquellen führten dies unter anderem auf hohe Lagerbestände in Vietnam zurück, die sich während der Feiertage zum Mondneujahr angesammelt hatten. Vietnamesische Importeure erklärten, dass die Raffinerien und Vertriebsunternehmen des Landes im Februar mit langsamen Abverkäufen zu kämpfen hatten. Die private vietnamesische Raffinerie Nghi Son Refining and Petrochemical bot zum ersten Mal seit Ende 2023 Diesel zur sofortigen Lieferung an.

Auf dem Spotmarkt für März gerieten die Preisaufschläge für Diesellieferungen in Singapur unter Druck und fielen in den negativen Bereich. Diese Entwicklung betraf sowohl Transaktionen auf dem Handelsfenster als auch Verkaufsausschreibungen von Raffinerien. Marktteilnehmer erwarten, dass die umfangreichen Dieselmengen in Asien den Preis für Diesel frei an Bord (FOB) in Singapur weiter belasten und den Preisunterschied zwischen asiatischen und europäischen Dieselpreisen vergrößern könnten. Die sogenannte Ost-West-Arbitrage-Spanne, die üblicherweise durch den Austausch von Futures gegen Swaps (EFS) dargestellt wird, habe sich laut LSEG seit Ende Januar ausgeweitet.

Wichtige Akteure bei der Verschiffung von Diesel nach Singapur waren Unternehmen wie Shell, Aramco Trading Singapore, Trafigura und Vitol. Handelskreise führten die verstärkten Käufe von Shell teilweise darauf zurück, dass das Unternehmen die Übergabe seiner Raffinerie in Singapur an ein Joint Venture unter der Leitung von Chandra Asri vorbereitet und daher lokal weniger Diesel absetzt. Shell lehnte eine Stellungnahme ab.

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