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Die Zukunft des Bargelds in Deutschland

Drei Szenarien für 2037: Vom hyperdigitalen Bezahlen bis zur Bargeld-Renaissance

Die Zukunft des Bargelds in Deutschland

Die Bundesbank hat in einer aktuellen Studie erstmals verschiedene Szenarien für die Zukunft des Bargelds in Deutschland bis zum Jahr 2037 skizziert. Angesichts des bereits seit Jahren rückläufigen Gebrauchs von Bargeld und der fortschreitenden Digitalisierung der Zahlungswelt will die Notenbank sich auf mögliche Entwicklungen vorbereiten und die richtigen Weichenstellungen vornehmen. Dabei betont Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz, dass es sich bei den Szenarien nicht um Prognosen, sondern um Möglichkeiten handelt, die in Betracht gezogen werden müssen.

Aktuell erfolgen in Deutschland noch rund 60 Prozent der Einkäufe in bar, doch dieser Anteil ist rückläufig. Die Coronapandemie hat diesen Trend zusätzlich beschleunigt, und die Bundesbank rechnet mit einem weiteren Rückgang. Die Zentralbank ist jedoch gesetzlich verpflichtet, ausreichend Bargeld in hoher Qualität bereitzustellen, da Bargeld als ein hundertprozentig ausfallsicheres Zahlungsmittel gilt.

Ein zentraler Faktor in der Diskussion um die Zukunft des Bargelds ist die Akzeptanz von Barzahlungen im Handel und im öffentlichen Nahverkehr. Schon heute gibt es Beispiele wie Hamburg, wo in Bussen nur noch mit Karte oder Smartphone gezahlt werden kann. Die Bundesbank befürchtet, dass ein geringerer Zugang und eine geringere Akzeptanz von Bargeld eine Abwärtsspirale in Gang setzen könnten, da die Kosten pro Transaktion aufgrund der hohen Fixkosten für die Bargeldinfrastruktur steigen würden.

Die Bundesbank hat in der Studie drei verschiedene Szenarien für das Jahr 2037 skizziert, wobei in allen Szenarien die Einführung des digitalen Euro angenommen wird. Im ersten Szenario, der "hyperdigitalen Bezahlwelt", spielt Bargeld im Alltag nur noch eine geringe Rolle. Selbst auf Flohmärkten und in Restaurants erfolgt die Bezahlung nahezu ausschließlich per Karte oder Smartphone. Der Bargeldanteil beträgt nur noch 15 Prozent an den Gesamttransaktionen. Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Bezahllösungen dominieren diese stark digitalisierte Welt.

Im zweiten Szenario, der "Bargeld-Renaissance", bleibt Bargeld relativ beliebt. Hier sinkt der Anteil von Bargeld an allen Transaktionen zunächst auf unter 50 Prozent, stabilisiert sich aber dann. Dies liegt unter anderem daran, dass Cyberangriffe auf den digitalen Zahlungsverkehr zunehmen und die Menschen verstärkt Bargeld als Notfallreserve nutzen. In diesem Szenario gibt es auch gesetzliche Regelungen, die die Akzeptanz von Bargeld stärken.

Im dritten Szenario, der "verschwindenden hybriden Bezahlwelt", hängt die Nutzung von Bargeld stark von den individuellen Lebensumständen der Menschen ab. Etwa 30 Prozent der Transaktionen erfolgen hier noch in bar, aber der Zugang zu Bargeld verschlechtert sich stetig. Insgesamt wird der Trend zu bargeldlosen Zahlungen gefördert, was die Verfügbarkeit von Bargeld erschwert.

Die Zukunft des Bargelds in Deutschland bleibt also unsicher und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Bundesbank betont jedoch die Bedeutung, die Bargeld auch in Zukunft als attraktives, allgemein verfügbares und akzeptiertes Zahlungsmittel zu erhalten. Die Diskussion über die Rolle des Bargelds wird sicherlich in den kommenden Jahren intensiv geführt werden, um die richtigen Entscheidungen für die künftige Bezahlwelt zu treffen.

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