Die Stärke schwedischer Finanzinstitute
Nordeuropas Bankenriesen melden beeindruckende Zahlen

Inmitten der Immobilienkrise in Schweden zeigen sich zwei führende Banken des Landes – die schwedische Handelsbanken und Nordea – erstaunlich widerstandsfähig. Beide Finanzinstitute meldeten jüngst beeindruckende Quartalszahlen, die vor allem durch einen starken Zinsüberschuss angetrieben wurden. Dies trotz der Befürchtungen, die Immobilienkrise könnte auf die Banken übergehen.
Carina Akerström, die Vorstandsvorsitzende der Handelsbanken, die ihr Amt im kommenden Jahr niederlegen wird, brachte Licht ins Dunkel, als sie das historisch beste Quartalsergebnis ihres Unternehmens präsentierte. Die Kreditverluste der Bank blieben überraschend gering und betrugen lediglich umgerechnet 86.325 Euro. Der erzielte Nettogewinn von 7,9 Milliarden Kronen übertraf die Erwartungen der Analysten um 17 Prozent. Für diesen Erfolg war maßgeblich der Anstieg des Zinsertrags verantwortlich, welcher sich im Vergleich zum Vorjahr um fast 27 Prozent erhöhte.
Ähnliche Erfolgsgeschichten kamen auch von Nordea, der größten Bank in Nordeuropa. Mit einem Zinsüberschuss von 1,9 Milliarden Euro und einem Quartalsgewinn von 1,3 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, hat auch sie die Marktbeobachter positiv überrascht.
Allerdings weisen einige Analysten auf die potenziellen Risiken flexibler Kredite hin. In Nordeuropa sind diese bei Immobilienunternehmen besonders beliebt. Da in den kommenden Jahren erhebliche Refinanzierungsanforderungen anstehen, könnten diese Unternehmen unter Druck geraten, insbesondere da die Zinsen in den letzten Jahren extrem niedrig waren. Wenn man bedenkt, dass etwa zwei Drittel aller Kredite in Schweden Immobilienkredite sind, ein Anteil, der deutlich über dem anderer europäischer Länder liegt, könnte eine Krise erhebliche Auswirkungen haben.
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Zur AktienanalyseZusätzlich zu diesen Bedenken gab es im Frühjahr Spekulationen über mögliche Leerverkäufe durch Hedgefonds, die auf einen weiteren Kursrückgang der Banken setzen könnten. Die Handelsbanken, die in der gewerblichen Immobilienbranche am stärksten engagiert ist, war besonders betroffen. Elf Prozent aller Handelsbanken-Aktien wurden im März an Leerverkäufer ausgeliehen, auch wenn diese Zahl mittlerweile auf fünf Prozent gesunken ist. Ein Wert, der im Vergleich zu anderen nordeuropäischen und internationalen Großbanken immer noch auffällig hoch ist.


