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Diamantenmarkt unter Druck durch sinkende Nachfrage

Konkurrenz durch Labordiamanten und Absatzprobleme in China belasten De Beers

Diamantenmarkt unter Druck durch sinkende Nachfrage

Der Diamantenproduzent De Beers Group hat den größten Diamantenvorrat seit der Finanzkrise 2008 angehäuft. Das Unternehmen sieht sich mit einem erheblichen Rückgang der Nachfrage konfrontiert, insbesondere aus China. Laut Berichten der „Financial Times“ beläuft sich der Wert der Lagerbestände während des größten Teils des Jahres auf rund zwei Milliarden Dollar. Neben der geringeren Nachfrage erschwert auch die zunehmende Konkurrenz durch im Labor gezüchtete Diamanten den Markt. Diese Alternativen sind deutlich günstiger und vor allem in den USA, dem weltweit größten Diamantenmarkt, beliebt. Die Vereinigten Staaten tragen rund die Hälfte zum Umsatz der Branche bei.

Die Situation in China verschärft die Lage zusätzlich. Chinesische Juweliere, die traditionell Diamanten importieren, konzentrieren sich vermehrt auf den Export polierter Steine, um ihre eigenen Lagerbestände zu reduzieren. Bereits seit der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Rückgang von Eheschließungen verzeichnet die Branche weltweit ein sinkendes Interesse an Juwelen. De Beers hat darauf reagiert, indem es die Produktion in seinen Minen um etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr reduzierte. Zudem wurden die Preise bei der letzten Auktion des Jahres gesenkt.

Das Unternehmen, das seit seiner Gründung im 19. Jahrhundert eine zentrale Rolle im globalen Diamantenhandel spielt, beschäftigte zuletzt rund 20.000 Mitarbeiter. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sank der Umsatz von De Beers auf 2,2 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 2,8 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf den Eigentümer des Unternehmens, den Bergbaukonzern Anglo American. Dieser plant derzeit, De Beers durch einen Verkauf oder Börsengang abzuspalten. Die schwache Marktlage könnte diesen Schritt jedoch erschweren, wie Anglo-Vorstand Duncan Wanblad erklärte.

Trotz der schwierigen Marktbedingungen verfolgt De Beers Maßnahmen zur Wiederbelebung des Geschäfts. Im Oktober wurde eine Marketingkampagne unter dem Motto „Natural Diamonds“ gestartet. Darüber hinaus plant das Unternehmen, sein Filialnetz von derzeit 40 auf 100 Standorte weltweit auszubauen. Al Cook, der Vorstandsvorsitzende von De Beers, äußerte sich vorsichtig optimistisch für das kommende Jahr. Er geht von einer schrittweisen Erholung des Marktes aus, was sich bereits in den Kreditkartenumsätzen für Schmuck und Uhren in den USA während der Monate Oktober und November angedeutet habe.

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