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DHL trotzt Zöllen und schwacher US-Präsenz

Wie der Logistikkonzern in Mexiko Chancen trotz Handelshemmnissen sieht

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DHL trotzt Zöllen und schwacher US-Präsenz

Im DHL-Logistikzentrum im mexikanischen Querétaro läuft das Förderband mit hoher Geschwindigkeit, theoretisch könnten dort 41.000 Pakete pro Stunde sortiert werden. Doch die Realität sieht anders aus: Pakete, die Aluminium oder Stahl enthalten und in die USA gehen sollen, müssen einzeln geprüft werden. Hintergrund ist ein 25-prozentiger Zoll der USA auf diese Materialien. Die tägliche Kontrolle von 2000 Paketen durch den Zoll reicht nicht aus, um mit dem Tempo der Logistik Schritt zu halten. Diese punktuellen Verlangsamungen beeinträchtigen die Effizienz des gesamten Systems.

Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich der Logistikkonzern DHL gelassen. Vorstandschef Tobias Meyer betont, dass die USA zwar ein wichtiger Markt seien, aber eben nur einer von vielen. Das Unternehmen ist in über 200 Ländern aktiv, und solange gehandelt wird, bleibe das Geschäft stabil. Auch vergangene Krisen wie der Brexit oder die Corona-Pandemie habe man gut überstanden. Beim Brexit beispielsweise hätten sich positive und negative Effekte die Waage gehalten. Zusätzliche bürokratische Anforderungen bedeuteten für DHL auch mehr Dienstleistungen – und somit Einnahmen.

Derzeit profitiert das Unternehmen sogar davon, dass viele Kunden ihre Bestellungen vorziehen, um möglichen Zöllen zuvorzukommen. Zudem sei die DHL in den USA schwächer vertreten als Wettbewerber wie Fedex oder UPS, was sich nun als relativer Vorteil herausstellen könnte. Während der frühere Expansionsversuch in den USA scheiterte, setzt der Konzern heute stark auf Mexiko. Seit 1979 ist die DHL dort aktiv, 8000 Mitarbeiter sind beschäftigt, 600 Millionen Euro wurden in den vergangenen fünf Jahren investiert. Querétaro dient als Express-Hub, von dem aus 33 Städte beliefert werden.

DHL-Manager Antonio Arranz bleibt optimistisch. Er sieht Mexiko als stabilen Freihandelspartner – auch im Falle einer Handelspolitik der USA, die sich gegen den Partnerstaat richtet. Gleichzeitig ist man sich bei DHL der Abhängigkeit Mexikos vom Handel mit den USA bewusst. Sollte es zu einem Rückzug von Unternehmen wie Volkswagen oder Bosch kommen, könnte dies auch DHL treffen.

Um vorbereitet zu sein, hat DHL die Lagerkapazitäten in Querétaro erweitert und ein Team für kurzfristige Logistiklösungen aufgebaut. Auch eine mögliche Verlagerung von Lagerhaltung und Versandprozessen aus den USA nach Mexiko wird in Betracht gezogen. So könnte sich die Zollpolitik der USA trotz allem als Geschäftschance für die DHL erweisen.

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