DHL trotzt Handelskonflikten mit starkem Quartal
Konzern steigert Gewinn, hält Prognose und profitiert von konsequentem Sparkurs

Der Logistikkonzern DHL hat im dritten Quartal 2025 deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Trotz der Belastungen durch globale Handelskonflikte und ein schwieriges konjunkturelles Umfeld konnte das Unternehmen seinen operativen Gewinn steigern. Der Vorstand führt das Ergebnis auf ein aktives Kapazitätsmanagement, strukturelle Kostenverbesserungen und Preisanpassungen zurück. Die positive Entwicklung bestätigte Konzernchef Tobias Meyer in Bonn und bekräftigte zugleich die bestehende Jahresprognose. Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft sieht er den Konzern gut aufgestellt. Die Aktie der DHL Group reagierte mit einem deutlichen Kurssprung und führte den DAX am Donnerstagvormittag mit einem Plus von zeitweise über sechs Prozent an.
Während der Umsatz im dritten Quartal leicht auf 20,1 Milliarden Euro sank, legte das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 7,6 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro zu. Neben Kosteneinsparungen trugen auch Einmaleffekte, darunter eine Übernahme, zu dieser Steigerung bei. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Rückgang gerechnet. Laut Experten des Analysehauses Jefferies gelang es dem Konzern, die Kosten konsequent zu kontrollieren, um sich gegen konjunkturelle Schwächen und regulatorische Herausforderungen zu behaupten.
Das Anfang des Jahres gestartete Sparprogramm, das bis 2027 Einsparungen von mehr als einer Milliarde Euro bringen soll, zeigte bereits im dritten Quartal Wirkung. Besonders im margenstarken Expressgeschäft profitierten die Ergebnisse von sinkenden Luftfahrtkosten. Auch der freie Barmittelzufluss entwickelte sich positiv und stieg um mehr als 80 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn erhöhte sich um rund zwölf Prozent auf 840 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.
Analysten hoben hervor, dass die beibehaltene Jahresprognose Vertrauen signalisiere, nachdem viele Marktbeobachter mit einer Kürzung gerechnet hatten. DHL erwartet für das laufende Jahr weiterhin einen operativen Gewinn von mindestens sechs Milliarden Euro. Die Bedenken bezüglich der Abschaffung der US-amerikanischen De-Minimis-Ausnahme, die zuvor ein mögliches Risiko von bis zu 200 Millionen Euro dargestellt hatte, sieht Finanzchefin Melanie Kreis inzwischen als ausgeräumt an.
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Zur AktienanalyseMit Blick auf das Schlussquartal, das traditionell von starkem Versandaufkommen geprägt ist, rechnet das Unternehmen trotz der konjunkturellen Unsicherheiten mit einem saisonalen Anstieg im E-Commerce-Geschäft. Für die Phase des erhöhten Paketvolumens rund um den „Black Friday“ und das Weihnachtsgeschäft sieht sich DHL organisatorisch und finanziell gut vorbereitet.


