DHL startet Paketversand in die USA neu
Geschäftskunden zahlen zusätzliche Gebühren, Privatkunden bleiben weitgehend ausgenommen

DHL hat nach einer mehrwöchigen Unterbrechung den regulären Warenversand für Geschäftskunden in die Vereinigten Staaten wieder aufgenommen. Grund für die Pause waren neue Zollvorschriften, die in den USA Ende August in Kraft getreten waren. Diese führten dazu, dass eine bislang geltende Ausnahmeregelung für Waren im Wert von unter 800 Dollar entfiel. In der Folge mussten viele Versanddienstleister in Europa ihre Abläufe anpassen und hatten den Paketversand zunächst eingeschränkt. Für deutsche Geschäftskunden bedeutete das, dass ihre Sendungen in die USA vorübergehend nur über den deutlich teureren Expressversand möglich waren.
Ab sofort bietet DHL nun wieder den normalen Versand in die Vereinigten Staaten an, jedoch mit zusätzlichen Kosten für die Abwicklung der Zollformalitäten. Pro Sendung erhebt das Unternehmen künftig eine Gebühr von zwei Euro. Hinzu kommen die jeweils anfallenden Zollgebühren, die abhängig vom Warenwert und der Herkunft des Produkts variieren. Nach Angaben des Unternehmens würde eine Internetbestellung aus Deutschland im Wert von 50 Dollar beispielsweise zusätzliche Kosten von rund zehn Euro verursachen. Wurde die bestellte Ware hingegen in China hergestellt, fällt ein höherer Zollsatz an, was die Kosten für den Endkunden weiter erhöht.
Für Geschäftskunden gilt künftig verpflichtend der Service „Postal Delivered Duty Paid“. Dieses Verfahren ist bereits für den Versand in Länder wie die Schweiz oder Großbritannien etabliert. Dabei übernimmt der Versender in Deutschland sämtliche Abgaben im Voraus. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass der Empfänger in den USA die Ware ohne weitere Formalitäten und zusätzliche Zahlungen entgegennehmen kann. Damit liegt die gesamte Verantwortung für die korrekte Zollabwicklung beim Absender.
Privatkunden sind von den Änderungen größtenteils nicht betroffen. Für sie gilt weiterhin, dass als Geschenk deklarierte Sendungen mit einem Warenwert von bis zu 100 Dollar zollfrei verschickt werden können. Wird dieser Wert überschritten, fallen allerdings auch bei privaten Paketen Zollgebühren an. Solche Sendungen können zudem nur noch im Expressverfahren befördert werden, was höhere Versandkosten mit sich bringt.
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Zur AktienanalyseDie neuen Vorgaben der US-Behörden haben somit insbesondere für Unternehmen spürbare Folgen. Nach vier Wochen Anpassungszeit hat DHL seine Prozesse umgestellt und ermöglicht Geschäftskunden nun wieder den Versand regulärer Pakete in die Vereinigten Staaten. Durch die verpflichtende Vorabzahlung der Abgaben sollen Verzögerungen bei der Einfuhr vermieden werden, während die Kostenstruktur für die Versender transparenter, aber zugleich höher ausfällt.


