DHL korrigiert Ausblick
Logistikkonzern senkt Geschäftsprognose für 2023 aufgrund ausbleibender Wirtschaftserholung

Die Deutsche Post DHL Group revidiert ihre Geschäftsprognosen für das Jahr 2023 nach unten. Trotz der anfänglich positiven Erwartungen muss der Konzern unter der Leitung von Tobias Meyer einräumen, dass der erhoffte Aufschwung in der Weltwirtschaft bisher ausgeblieben ist. Ursprünglich hatte man einen Betriebsgewinn von sieben Milliarden Euro erwartet, doch nun scheinen maximal 6,6 Milliarden Euro realistisch – das untere Ende der Prognose bleibt mit 6,2 Milliarden Euro bestehen. Diese Korrektur folgt auf ein enttäuschendes Herbstquartal und die Beobachtung, dass sowohl geopolitische Krisen als auch steigende Zinsen eine schnelle Erholung der makroökonomischen Lage verhindern.
Die Anpassung der Erwartungen trifft auf einen Markt, der bereits von Vorsicht geprägt ist. Analysten, wie zum Beispiel Muneeba Kayani von der Bank of America, hatten bereits im Vorfeld mit einer Herabsetzung der Prognose gerechnet. In der Tat, der Ausblick anderer Logistikunternehmen wie UPS, Kühne + Nagel und DSV spiegelte eine ähnliche Zurückhaltung wider.
Die DHL Group verzeichnete ein Umsatzminus von über 19 Prozent und einen Rückgang des Betriebsergebnisses um 32,4 Prozent. Insbesondere das Fracht- und Speditionsgeschäft musste einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen, bedingt durch fallende Frachtraten. Ebenso rutschte das Ergebnis der sonst so profitablen Express-Division sowie des Brief- und Paketgeschäfts erheblich ab, beeinflusst von einem schwächeren E-Commerce und steigenden Personalkosten.
Nun richten sich alle Hoffnungen auf das Weihnachtsgeschäft, das in der Logistikbranche traditionell für ein Hoch sorgt. Die DHL Group plant dabei mit ähnlichen Kapazitäten wie im Vorjahr. Allerdings ist auch hier die Branche insgesamt skeptisch, da der Bundesverband Paket und Expresslogistik nur mit einem marginalen Wachstum rechnet. Einige Marktbeobachter, wie etwa von Bernstein Research, zeigen sich jedoch optimistischer und verweisen darauf, dass die Lagerbestände vieler Unternehmen nun reduziert sind, was zu einer Belebung im Versandgeschäft führen könnte.
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Zur AktienanalyseInmitten dieser gemischten Signale bleibt die Situation angespannt. Während der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel keine positiven Impulse im Onlinehandel sieht, zögert der Deutsche Handelsverband noch, eine Prognose abzugeben. DHL-Aktien zeigen sich indes volatil, mit einem anfänglichen Minus zum Börsenstart, gefolgt von einer positiven Wende im Tagesverlauf.

