ANZEIGE

Deutschlands Polykrise: Energie, Industrie und geopolitische Risiken

Deutschland kämpft gleichzeitig mit Energieschocks, Firmeninsolvenzen und geopolitischer Instabilität – die Wachstumsprognose wurde halbiert.

•• 3 Min
Deutschlands Polykrise: Energie, Industrie und geopolitische Risiken

Deutschland steckt in einer sogenannten „Polykrise": Geopolitische Schocks, strukturelle Wirtschaftsschwächen und ein sich verschärfender globaler Wettbewerb treffen das Land gleichzeitig. Die Bundesregierung hat ihre BIP-Wachstumsprognose für 2026 auf 0,5 Prozent halbiert – ursprünglich war noch ein Wachstum von 1,0 Prozent erwartet worden. Als Hauptgrund nennt die Regierung die massiven Auswirkungen des anhaltenden US-Iran-Konflikts auf Energie- und Rohstoffkosten.

Der Konflikt im Nahen Osten hat besonders gravierende Folgen für die Energieversorgung. Die de-facto-Blockade der Straße von Hormus – ein zentraler Korridor für rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und LNG-Lieferungen – hat erhebliche Marktverwerfungen ausgelöst. US-Präsident Donald Trump hat zwar einen Waffenstillstand mit dem Iran verlängert, hält aber eine Seeblockade iranischer Häfen aufrecht, was die Energiemärkte weiter unter Druck setzt.

Lufthansa streicht 20.000 Kurzstreckenflüge

Die Folgen sind konkret spürbar: Die Kerosinpreise haben sich verdoppelt. Lufthansa sieht sich gezwungen, 20.000 Kurzstreckenflüge bis Oktober zu streichen, ineffiziente Flugzeuge am Boden zu lassen und das CityLine-Programm einzustellen. Dies entspricht einer Kapazitätsreduzierung von einem Prozent. Die Internationale Energiebehörde (IEA) warnt zudem vor möglichen Kerosinengpässen in Europa.

Auch für deutsche Haushalte und Unternehmen ist der Energieschock spürbar. E.ON meldet deutliche Preissteigerungen an den Energiebörsen. Verbraucherschutzorganisationen weisen darauf hin, dass 76 Prozent der Haushalte ihre Stromverträge seit Anfang 2025 nicht aktualisiert haben und damit mögliche Einsparungen verpassen. Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt sich angesichts des Inflationsdrucks vorsichtig und erklärt, noch nicht beurteilen zu können, ob die wirtschaftlichen Schocks temporärer oder struktureller Natur sind.

Rekordzahl an Firmeninsolvenzen erwartet

Die deutsche Industrie, traditionell das Rückgrat der Volkswirtschaft, zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen. Allianz Trade prognostiziert, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland in diesem Jahr um 2,4 Prozent auf 24.650 Fälle steigen wird – der höchste Stand seit 14 Jahren. Mehr als 200.000 Arbeitsplätze sind dabei gefährdet. Unternehmer beklagen hohe Lohnkosten, bürokratische Hürden und mangelnde Digitalisierung als zentrale Wettbewerbshemmnisse.

Im Automobilsektor steht Audi vor einem kritischen Wendepunkt: Der Konzern steuert auf sein drittes aufeinanderfolgendes Jahr mit Absatzrückgängen in China zu. Die Marke setzt nun verstärkt auf lokale chinesische Technologiepartnerschaften – ein Bruch mit der traditionellen Abhängigkeit von deutschem Ingenieurswissen. Chinesische Hersteller wie BYD und Leapmotor gewinnen derweil auch auf dem europäischen Markt an Boden und kamen im Februar auf Marktanteile von 14 beziehungsweise 16 Prozent bei Elektro- und Hybridfahrzeugen.

Mega-Fusion und politische Reibung im Bankensektor

Auf der Unternehmensstrategieebene sorgen mehrere Großprojekte für Aufsehen. Deutsche Telekom prüft Berichten zufolge eine mögliche Mega-Fusion mit ihrer US-Tochter T-Mobile US, die den weltgrößten Telekommunikationskonzern entstehen lassen könnte. Im Bankensektor hat das potenzielle Übernahmegebot von UniCredit für die Commerzbank politische Spannungen ausgelöst. Italiens Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti hat erklärt, die Regierung würde einem Umzug des UniCredit-Hauptsitzes nach Deutschland entgegenwirken und dabei auf sogenannte „Golden Powers" zurückgreifen. UniCredit hat Pläne zur Sitzverlegung offiziell dementiert.

Auch Infrastrukturprojekte geraten unter Druck. Der Bau des Terminal 3 am Frankfurter Flughafen hat sich massiv verteuert: Die ursprünglich auf 2,5 bis 3 Milliarden Euro veranschlagten Kosten sind auf 4 Milliarden Euro gestiegen. Betreiber Fraport verlagert dennoch den Betrieb in das neue Terminal und schließt Terminal 2 für langfristige Renovierungsarbeiten.

Investoren setzen auf Gold, Silber und Bitcoin

An den Finanzmärkten spiegelt sich die Unsicherheit wider. Der DAX und andere europäische Indizes stehen unter Druck. Anleiheinvestoren beobachten mit Sorge die gestiegenen Renditen in Großbritannien, Italien und Frankreich – ein Phänomen, das Analysten mit dem Begriff „BIFs" beschreiben und mit der Schuldenkrise von 2011 vergleichen. Die Rendite der deutschen 10-jährigen Bundesanleihe liegt bei 2,999 Prozent.

Strategen der Berenberg Bank empfehlen angesichts dieser Lage ein unkonventionelles „Barbell"-Portfolio, das vollständig auf Anleihen verzichtet. Stattdessen sollen 45 Prozent in „Gold plus" – also Gold, Silber und Bitcoin – und 20 Prozent in Rohstoffe investiert werden. Dies spiegelt eine wachsende Skepsis gegenüber klassischen Anleihen in einem Umfeld mit hoher Inflation und geopolitischen Risiken wider.

Langfristig wächst die Debatte über Europas strategische Autonomie. Eine Analyse der Financial Times warnt, Europa gerate in eine „Abhängigkeitsfalle" – besonders im Raumfahrtsektor. SpaceX startet jährlich 170 Raketen, Europa lediglich acht. Das europäische Beschaffungssystem, das geografischen Jobschutz über Wettbewerbsfähigkeit stelle, hemme Innovation. Dieses strukturelle Problem gilt als Sinnbild für Europas Herausforderungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Verteidigung.

Polykrise DeutschlandBip Wachstumsprognose 2026Unternehmensinsolvenzen DeutschlandEnergieschock Straße Von HormusLufthansa FlugstreichungenDax Geopolitische RisikenCommerzbank Unicredit

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.