ANZEIGE

Deutschlands Energiewende: Kohle statt Gas

Berlin hat erkannt, dass es nie wieder so viel Energie aus Russland importieren wird wie vor dem Ukraine-Krieg.

•• 3 Min
Deutschlands Energiewende: Kohle statt Gas

Seit dieser Woche werden in Deutschland Steinkohlekraftwerke wieder in Betrieb genommen, die wegen der äußerst schädlichen Auswirkungen auf das Klima in einer von der globalen Erwärmung bereits gezeichneten Welt auslaufen. Deutschland hatte sich zum Ziel gesetzt, bis 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen.

Doch nun schluckt die Regierung die bittere Pille und lässt die Kohleverstromung wieder zu. Damit soll die Gaskraft ersetzt werden, die derzeit etwa 10 % des gesamten deutschen Energiemixes ausmacht.

Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von zeitlich befristeten Notmaßnahmen, "die für einen sehr kurzen Zeitraum gelten und nichts von unseren Klimazielen wegnehmen".

"Was nicht passieren darf, ist, dass wir in eine weltweite Renaissance der fossilen Energien und insbesondere der Kohle abrutschen", warnte die Kanzlerin.

Doch auf den ersten Blick scheinen die globalen Daten des vergangenen Jahres genau das zu suggerieren: Nie zuvor wurde weltweit so viel Kohle zur Stromerzeugung eingesetzt. Und die Internationale Energieagentur (IEA) warnt, dass sich dieses Jahr das gleiche Muster aus hoher Nachfrage und hoher Produktion wiederholen wird.

Dessen ist sich Alexander Bethe, Vorstandsvorsitzender des Vereins der Kohleimporteure mit Sitz in Berlin, sicher: "Wir werden in diesem Winter sicher über 30 Millionen Tonnen Steinkohle importieren, um unsere Kraftwerke am Laufen zu halten. Das wären 11% mehr als 2021."

Vor dem Krieg in der Ukraine wurden 50 % der Kohle für die deutschen Kraftwerke aus Russland importiert. Doch am 9. April verhängte die EU gegen Russland ein Verkaufs- und Einfuhrverbot für Kohle und Öl - allerdings nicht mit sofortiger Wirkung. Öl wird noch bis Ende des Jahres geliefert, während Kohle nur noch bis zum 10. August geliefert und abgeladen werden darf.

Andere Lieferanten zu finden, ist nicht das Problem, sagen die deutschen Kohleimporteure. Dazu gehören Quellen in Südafrika, Australien, den USA, Kolumbien und Indonesien, sagt Bethe. Aber diese verschiedenen Kohlesorten haben jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Qualitäten, erklärt er. Es ist wichtig, herauszufinden, welche Mischung für die deutschen Kraftwerke am besten geeignet ist. Und die Tests laufen bereits.

Schwieriger sind laut Bethe vielleicht die Transportwege für die Kohle. Die großen Seehäfen wie Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen sind alle ausgebucht. Die Binnenschifffahrtswege, die die Kohle per Schiff oder Zug von den großen Häfen zu den Kraftwerken bringen, sind an ihrer Grenze angelangt. Dazu trägt auch der Fachkräftemangel in Deutschland bei.

Im Rahmen des Kohleausstiegs bis 2038 wurde bereits Personal abgebaut. Die Binnenschifffahrt hat ihre Kapazitäten entsprechend den Erwartungen drastisch reduziert.

Ein Drittel der deutschen Kohleimporte kommt über den Rhein. In der Zeit der sommerlichen Trockenheit ist der Wasserstand dort jedoch so niedrig, dass die Schiffe nur mit 30 bis 40 % ihrer Ladekapazität fahren können.

Zu Beginn des Jahres 2021 kostete eine Tonne Steinkohle auf dem Weltmarkt 64 Dollar (63 Euro). Jetzt ist der Preis auf fast 400 $ gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden etwa 7,4 Milliarden Tonnen Steinkohle gefördert, die Hälfte davon in China. Die Kohleförderländer decken jedoch zunächst ihren eigenen Bedarf, und nur 1 Milliarde Tonnen wird schließlich auf dem Weltmarkt gehandelt.

Angesichts der dramatisch steigenden Strompreise gibt es für die Betreiber stillgelegter Kraftwerke große Anreize, alles zu tun, um sie wieder ans Netz zu bringen. Der erste Betreiber, der dies tat, war das Kraftwerk Mehrum in Mitteldeutschland, das dem tschechischen Energiekonzern EPH gehört und Ende 2021 stillgelegt wurde. Andere wollen dem Beispiel folgen.

Der deutsche Energieversorger EnBW will nur eine Anlage länger als bisher geplant in Betrieb halten. Fünf weitere Anlagen, die bereits endgültig abgeschaltet waren, sind zu alt und veraltet, um reaktiviert zu werden.

Aber nicht nur Steinkohlekraftwerke sollen wieder ans Netz gebracht werden: Die Bundesregierung bereitet für Anfang Oktober auch eine Verordnung zum Wiederanfahren stillgelegter Braunkohlekraftwerke vor.

Davon betroffen ist auch das Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg, wo zwei Blöcke in die so genannte "Sicherheitsbereitschaft" abgeschaltet worden waren. Würden sie wieder angefahren, könnten sie so viel Strom liefern wie ein normales Atomkraftwerk.

Würden sie aber jetzt wieder angefahren, würden 13 Millionen Kubikmeter Wasser benötigt, um die Dampfturbinen anzutreiben, so das Umweltnetzwerk Grüne Liga. Das würde die Wasserknappheit in der Spree weiter verschärfen, so das Netzwerk.

Ein weiteres Problem sei, dass die alten Anlagen nicht den Emissionsvorschriften entsprächen, da der Betreiber eine Nachrüstung angesichts der Komplettabschaltung nicht für nötig halte.

Außerdem fehlt es an Fachpersonal; die Arbeiter sind längst anderweitig eingesetzt worden.

KohleGasRusslandDeutschland

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.