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Deutschland sichert sich grünen Wasserstoff aus Saudi-Arabien

Bundeswirtschaftsministerin Reiche unterzeichnet Energie-Abkommen in Riad – Rostock wird zum Wasserstoff-Drehkreuz

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Deutschland sichert sich grünen Wasserstoff aus Saudi-Arabien

Deutschland und Saudi-Arabien haben ihre strategische Energiepartnerschaft deutlich ausgebaut. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und der saudische Energieminister Abdulasis bin Salman unterzeichneten in Riad eine weitreichende Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Energiesektor. Die Vereinbarung umfasst neben Wasserstoff auch künstliche Intelligenz, industrielle Wertschöpfung und Innovation.

Für deutsche Anleger besonders relevant: Die Kooperation deckt zentrale Zukunftsfelder ab, die erhebliches Investitionspotenzial bergen. "Die Vereinbarungen decken ganz zentrale Zukunftsfelder ab", betonte Reiche bei der Unterzeichnung. Parallel wurden mehrere Absichtserklärungen zwischen deutschen und saudi-arabischen Unternehmen geschlossen.

Saudi-Arabien treibt die Diversifizierung seiner Wirtschaft massiv voran. Hintergrund sind sinkende Ölpreise, die ein Defizit im Staatshaushalt verursachen. Das Königreich will sich breiter aufstellen und seiner jungen Bevölkerung neue Perspektiven bieten. Die Energiewende wird dabei zum Schlüsselprojekt.

Wasserstoff-Pipeline nach Rostock

Eine konkrete Lieferkette nimmt bereits Gestalt an: Das saudi-arabische Unternehmen ACWA Power, der Energieversorger EnBW Baden-Württemberg, der Rostocker Hafen und der Gasimporteur VNG haben eine Absichtserklärung für Ammoniak-Lieferungen unterzeichnet. Der Transport erfolgt von der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer nach Rostock.

Das Verfahren ist technisch ausgereift: Wasserstoff wird für den Schiffstransport in Ammoniak gebunden, da sich diese Chemikalie deutlich einfacher verflüssigen, transportieren und lagern lässt. In Rostock erfolgt die Rückumwandlung in Wasserstoff, von wo aus die Weiterverteilung organisiert wird.

Kostenvorteile durch Wüstensonne

Reiche verwies auf die außergewöhnlich niedrigen Erzeugungskosten für erneuerbare Energie in Saudi-Arabien. Die intensiven Sonnenstunden und starken Winde in der Wüste ermöglichen eine kostengünstige Produktion von klimafreundlichem Wasserstoff. Diese Standortvorteile machen das Königreich zu einem attraktiven Partner für die deutsche Energiewende.

Die Vereinbarung umfasst alle Energiebereiche sowie den Chemikalienbereich. Besondere Schwerpunkte liegen auf dem Umgang mit Kohlendioxid, der Digitalisierung im Energiesektor und dem Aufbau verlässlicher Lieferketten. Auch die Zusammenarbeit zwischen Privat- und Staatssektor soll intensiviert werden.

Einsatz in Industrie und Energieversorgung

Der CO2-neutral erzeugte Wasserstoff soll vielfältig eingesetzt werden: In neuen Gaskraftwerken wird er Strom erzeugen, wenn Wind- und Sonnenstrom nicht ausreichen. In der Stahlindustrie soll Wasserstoff den Koks in Hochöfen ersetzen und so erhebliche Mengen Kohlendioxid einsparen. Für energieintensive Industrien wie Stahl, Chemie und Zement eröffnet dies neue Perspektiven zur Dekarbonisierung.

Die Zusammenarbeit stärkt Deutschlands Position im globalen Wasserstoff-Wettbewerb. Während andere Länder ebenfalls um Lieferverträge buhlen, sichert sich die Bundesrepublik frühzeitig Zugang zu kostengünstigem grünen Wasserstoff. Für Anleger in den Bereichen erneuerbare Energien, Hafenlogistik und Industrietechnologie ergeben sich interessante Investmentchancen.

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