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Deutschland schaltet die letzten Atomkraftwerke ab

Was der Atomausstieg für Strompreise und Versorgungssicherheit in Deutschland bedeutet.

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Deutschland schaltet die letzten Atomkraftwerke ab

Deutschland hat einen wichtigen Schritt in Richtung saubere Energie getan, indem am Wochenende die letzten drei Atomkraftwerke abgeschaltet wurden. Aber was bedeutet das für die Stromversorgung und die Strompreise? Die Bundesnetzagentur gibt Entwarnung: Es gibt genügend gesicherte Kraftwerksleistung aus anderen Anlagen, um die Stromnachfrage zu decken, und keine erhöhte Gefahr eines Stromausfalls. Auch das Bundeswirtschaftsministerium und der private Netzbetreiber Amprion bestätigten, dass die Versorgungssicherheit weiterhin gewährleistet ist. Andreas Löschel, Umwelt- und Ressourcenökonom an der Ruhr-Universität Bochum, sagt, dass "die Lichter nicht ausgehen" werden, aber die Situation wird sich verschlechtern.

Vor dem Abschalten der Kraftwerke hat Deutschland noch viel Strom produziert, und der Atomstrom hat zur Versorgungssicherheit beigetragen und teure Erdgaskraftwerke weniger zum Einsatz gebracht, was sich dämpfend auf Strompreise auswirkte. Die Effekte durch den Weiterbetrieb waren überschaubar, aber keinesfalls vernachlässigbar. Wirtschaftsverbände machen sich größere Sorgen um das Kernkraft-Aus in Deutschland, da der Atomstrom bisher relativ günstig und der versorgungssicherste gewesen sei. Aber auch sie müssen sich keine allzu großen Sorgen um die Strompreisentwicklung der nächsten Monate machen.

Für Haushaltskunden sind die Strompreise, die jenseits der 40 oder sogar 50 Cent pro Kilowattstunde liegen, immer noch besonders hoch. Das Vergleichsportal Verivox sagt, dass die Strompreise für Haushaltskunden, die einen neuen Tarif abschließen wollen, jedoch deutlich gesunken sind, und Verbraucherzentralen raten dazu, zeitnah zu wechseln. Kurzfristig entscheidet das Marktgeschehen auf den Spotmärkten, welche Kraftwerke tatsächlich Strom produzieren. Langfristig haben sich die Händler und Versorger je nach Beschaffungsstrategie seit langem mit ausreichend Strom für die kommenden Monate und Jahre eingedeckt.

Nach dem Atomausstieg strebt die Bundesregierung bis 2030 auch einen Ausstieg aus der Kohleverstromung an. Die Zukunft liegt in erneuerbaren Energien und wasserstofffähigen Gaskraftwerken, die schnellstmöglich aufgebaut werden müssen. Experten warnen jedoch, dass Deutschland zunehmend vom Prinzip Hoffnung lebt und darauf vertraut, dass die Nachbarländer die wegfallenden Kapazitäten ausgleichen. Das ist jedoch wegen begrenzter grenzüberschreitender Netzkapazitäten nur eingeschränkt möglich. Es bleibt abzuwarten, wie schnell der Ausbau der Erneuerbaren voranschreitet und wie gut die fehlenden Kapazitäten ausgeglichen werden können.

DeutschlandUmweltschutzUmweltpolitikAtomkraftwerkBundeswirtschaftsministerium

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