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Deutschland kauft US-Tomahawk-Marschflugkörper zur Schließung kritischer Fähigkeitslücke

Berlin einigt sich mit Washington auf Kauf weitreichender Tomahawk-Marschflugkörper – Stückzahlen und Liefertermine bleiben vorerst offen.

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Deutschland kauft US-Tomahawk-Marschflugkörper zur Schließung kritischer Fähigkeitslücke

Deutschland hat sich mit den Vereinigten Staaten auf den Kauf von Tomahawk-Unterschall-Marschflugkörpern geeinigt. Das Ziel: eine gefährliche Fähigkeitslücke gegenüber Russland zu schließen. Stückzahlen und konkrete Lieferfristen sind bislang jedoch noch nicht bekannt.

Der Tomahawk ist ein weitreichender Marschflugkörper des US-Herstellers Raytheon, der unter der Bezeichnung BGM-109 bekannt ist. Die Stückkosten für einen Tomahawk-Marschflugkörper belaufen sich auf etwa 1,7 Millionen US-Dollar. Das Waffensystem gilt als eines der präzisesten und kampferprobtesten seiner Art und wird seit Jahrzehnten von der US-Marine und verbündeten Streitkräften eingesetzt.

Deutschland als erster ausländischer Typhon-Kunde

Mit dem Abschluss dieses Deals würde Deutschland zum ersten ausländischen Kunden für die in den USA hergestellte Typhon-Raketenbatterie werden. Typhon ist derzeit das einzige System, das den Tomahawk vom Boden aus abfeuern kann – eine Fähigkeit, die für landgestützte Streitkräfte von erheblicher strategischer Bedeutung ist.

Das Typhon-System ist häufig auch mit der SM-6-Mehrzweckrakete von Raytheon ausgestattet. Ob die vorliegende Absichtserklärung diese Rakete ebenfalls umfasst, war zunächst unklar.

Europäische Eigenentwicklungen als Hintergrund

Der Kauf erfolgt vor dem Hintergrund laufender europäischer Bemühungen, eigene weitreichende Präzisionswaffen zu entwickeln. Europa arbeitet derzeit selbst an derartigen Flugkörpern, um die Abhängigkeit von US-amerikanischen Rüstungsgütern langfristig zu reduzieren. Dennoch entschied sich Deutschland offenbar dafür, die bestehende Fähigkeitslücke kurzfristig mit dem bewährten US-System zu schließen, anstatt auf die Fertigstellung europäischer Alternativen zu warten.

Die Einigung unterstreicht die sicherheitspolitische Neuausrichtung Deutschlands, das seine Verteidigungsausgaben und -fähigkeiten angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa deutlich ausbaut. Weitreichende Präzisionswaffen gelten dabei als Schlüsselelement moderner Abschreckung und Kriegsführung.

Für deutsche Privatanleger und Rüstungsbeobachter ist das Geschäft ein weiteres Signal für die anhaltend hohe Nachfrage nach Präzisionswaffensystemen westlicher Hersteller. Raytheon Technologies, der Hersteller des Tomahawk, gehört zum US-Rüstungskonzern RTX Corporation und zählt zu den größten Profiteuren der gestiegenen Verteidigungsausgaben in NATO-Ländern.

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