ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Deutschland im Visier internationaler Produktfälscher

Milliardenverluste, gefährliche Ware und kaum Strafen für Täter

Deutschland im Visier internationaler Produktfälscher

Deutschland ist zum größten Ziel für Fälscherware in der Europäischen Union geworden. Ob Videospiele, T-Shirts oder Kinderspielzeug – gefälschte Produkte strömen in immer größeren Mengen ins Land. Nach Schätzungen des deutschen Markenverbands entsteht den betroffenen Unternehmen dadurch ein Schaden von rund acht Milliarden Euro jährlich. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Jede Woche erreichen etwa 144.000 Pakete mit gefälschten Waren Deutschland.

Die EU-Agentur für geistiges Eigentum registrierte im vergangenen Jahr 112 Millionen sichergestellte Produkte an den Außengrenzen und im Binnenmarkt. Zwar war die Zahl der beschlagnahmten Artikel etwas niedriger als im Jahr zuvor, doch der geschätzte Verkaufswert der Fälschungen stieg auf ein Rekordniveau von 3,8 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür sind die gestiegenen Stückpreise. Rund ein Viertel dieses Warenwerts entfiel auf Deutschland – mehr als auf jeden anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union.

Der Präsident des Markenverbands, Franz-Olaf Kallerhoff, erklärte, Deutschland sei als größte Volkswirtschaft Europas besonders betroffen. Die hohe internationale Wertschätzung deutscher Marken mache sie für Fälscher besonders attraktiv. Die meisten beschlagnahmten Waren stammen aus China und der Türkei. Rund ein Drittel aller sichergestellten Artikel entfällt auf CDs, DVDs und Software, gefolgt von Spielwaren mit 18 Prozent, Kleidung mit 7,5 Prozent, Mode-Accessoires mit 6 Prozent, Zigaretten und E-Zigaretten mit 4,5 Prozent sowie Parfüm und Kosmetika mit 3 Prozent.

Große Online-Plattformen spielen beim Vertrieb gefälschter Produkte eine zentrale Rolle. Häufig bleiben die Täter jedoch unbehelligt. Nur 0,7 Prozent der aufgedeckten Fälle führten zuletzt zu gerichtlichen Verfahren. Der Markenverband und der Handelsverband Deutschland fordern deshalb schärfere Kontrollen, eine klare Haftung der Online-Plattformen und eine bessere Ausstattung für Zoll und Marktüberwachung. Zudem verlangen sie die Abschaffung der Zollfreigrenze von 150 Euro sowie eine Anmeldepflicht für jedes Paket. Nach Einschätzung des HDE sind rund 64.000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet.

Auch für Verbraucher bergen Fälschungen Risiken. Sie können gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten und entsprechen häufig nicht den Sicherheitsstandards. Eine Produkthaftung besteht nicht. Wer eine Fälschung erhält, kann Anzeige erstatten oder den Betreiber der Online-Plattform informieren. Der Erwerb solcher Waren ist in den meisten EU-Staaten nicht strafbar, der Weiterverkauf jedoch verboten. Markeninhaber können gegen Hersteller und Verkäufer juristisch vorgehen.

DeutschlandMarkenEinzelhandel HandelWirtschaftOnlineshopping

Disclaimer