Deutscher Überschuss mit USA bricht stark ein
Zölle belasten Exporte, während China als wichtigster Lieferant zulegt

Der deutsche Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten ist im ersten Halbjahr deutlich geschrumpft. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Ausfuhren in die USA um 30,2 Milliarden Euro über den Importen. Damit ging der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,8 Prozent zurück. Ursache sind vor allem die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle, die deutsche Produkte auf dem amerikanischen Markt verteuern. Trotz des Rückgangs bleibt der Überschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten größer als mit jedem anderen Land. An zweiter Stelle folgt Frankreich mit 25,8 Milliarden Euro, auf Rang drei liegt Großbritannien mit 20,7 Milliarden Euro.
Die USA begründen ihre Zollpolitik seit Jahren mit den hohen Exportüberschüssen anderer Länder. Trump setzte deshalb Importzölle für zahlreiche Handelspartner spürbar herauf. Auf Waren aus der Europäischen Union gilt aktuell ein Aufschlag von 15 Prozent. Experten gehen davon aus, dass sich die Belastungen für deutsche Exporteure in den kommenden Jahren noch stärker bemerkbar machen werden. Der Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer rechnet mit einem Rückgang der Ausfuhren nach Amerika um bis zu ein Viertel innerhalb von zwei Jahren.
Trotz der Strafzölle blieben die USA in den ersten sechs Monaten des Jahres der wichtigste Abnehmer deutscher Waren. Der Wert der Exporte lag bei 77,6 Milliarden Euro, das sind 3,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders betroffen waren Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, deren Ausfuhren um 8,6 Prozent sanken. Auch der Maschinenbau verzeichnete mit minus 7,9 Prozent deutliche Einbußen. Frankreich bleibt mit Einfuhren im Wert von 59,2 Milliarden Euro der zweitgrößte Kunde, gefolgt von den Niederlanden mit 55,7 Milliarden Euro. Polen erreichte mit 49,4 Milliarden Euro den vierten Platz und verzeichnete dabei ein Plus von 5,6 Prozent.
Auf der Importseite führte China die Liste der wichtigsten Handelspartner an. Waren im Wert von 81,3 Milliarden Euro gelangten von dort nach Deutschland, ein Zuwachs von 10,7 Prozent. Die Niederlande folgten mit 49,3 Milliarden Euro, was einem Plus von 3,0 Prozent entspricht. Aus den USA wurden Güter im Wert von 47,4 Milliarden Euro eingeführt, ein Anstieg von 2,7 Prozent. Während die Lieferungen aus China überdurchschnittlich stark zulegten, zeigten sich die Zuwächse aus den Niederlanden und den Vereinigten Staaten vergleichsweise moderat.
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Zur AktienanalyseDer Handelskonflikt zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten wirkt sich damit bereits spürbar auf die Exportbilanz aus. Besonders die Automobilindustrie und der Maschinenbau geraten durch die gestiegenen Kosten für den amerikanischen Markt unter Druck, während die Importabhängigkeit von China weiter zunimmt.


