Deutscher Städtetag fordert Finanzierung für 49-Euro-Ticket im öffentlichen Nahverkehr
Deutschlandticket lockt Berufspendler und ältere Fahrgäste - Polizei zieht positive Bilanz nach drei Monaten

Der Deutsche Städtetag hat die fehlende Anschlussfinanzierung für das Deutschlandticket im öffentlichen Nahverkehr kritisiert. Das Angebot sei bisher nur für das laufende Jahr finanziell gesichert. Der Verband forderte Bund und Länder auf, die Mehrkosten von über drei Milliarden Euro auch in Zukunft zu übernehmen. Obwohl das 49-Euro-Ticket zu einer steigenden Nutzung des Nahverkehrs geführt habe, betonte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, dass auch das Angebot verbessert werden müsse, um den ÖPNV attraktiver zu gestalten und dauerhaft mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen.
Trotz gestiegener Fahrgastzahlen hat die Einführung des Deutschlandtickets laut der Gewerkschaft der Polizei (GdP) keine große Zunahme der Kriminalität in Bussen und Bahnen verursacht. Die Kriminalitätsrate sei nicht signifikant angestiegen, und die Polizei sei mit der Lage weitgehend zufrieden. Die Bilanz nach drei Monaten falle größtenteils positiv aus. Das Deutschlandticket werde vor allem von Berufspendlern und älteren Menschen genutzt, die vermehrt Bahnfahrten für Ausflüge unternähmen.
Das seit Mai gültige Deutschlandticket ermöglicht bundesweit Fahrten im gesamten Nah- und Regionalverkehr für 49 Euro pro Monat. Laut dem Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) wurde das Ticket im Juni von über 9,6 Millionen Fahrgästen genutzt. Der VDV geht davon aus, dass sich langfristig bis zu 17 Millionen Menschen ein Deutschlandticket anschaffen werden, insbesondere über die Jobticket-Variante. Es wird erwartet, dass viele Unternehmen ihre Jobtickets noch auf Deutschlandtickets umstellen werden.
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