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Deutscher Schiffbau erholt sich trotz Herausforderungen

Fachkräftemangel und geplante Rettungsmaßnahmen beeinflussen die Zukunftsaussichten der Branche

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Deutscher Schiffbau erholt sich trotz Herausforderungen

Der Schiffbau in Deutschland zeigt trotz Herausforderungen in einigen Bereichen eine positive Entwicklung in der Beschäftigung. Nach Angaben der IG Metall Küste stieg die Zahl der Stammbeschäftigten in der Branche im Jahr 2024 um rund 800 Personen, was einem Zuwachs von 5,3 Prozent entspricht. Damit waren insgesamt 15.824 Menschen in diesem Bereich beschäftigt. Dennoch bleibt das Niveau im Vergleich zu den Zahlen vor der Corona-Pandemie niedrig. So waren im Jahr 2019 noch 18.274 Beschäftigte in den deutschen Werften tätig. Die aktuelle Entwicklung spiegelt ein differenziertes Bild wider, bei dem nicht alle Unternehmen gleichermaßen von der positiven Entwicklung profitieren.

Ein Beispiel für die schwierige Lage in der Branche ist die Meyer Werft in Papenburg. Trotz des leichten Beschäftigungszuwachses im deutschen Schiffbau insgesamt, steht das Unternehmen vor erheblichen Herausforderungen. Geplant ist ein Abbau von 340 Arbeitsplätzen im Zuge der geplanten Rettungsmaßnahmen, bei denen Bund und Land Niedersachsen einen Zuschuss von 400 Millionen Euro leisten wollen. Zudem sollen vorübergehend etwa 80 Prozent der Anteile übernommen und staatliche Bürgschaften in Höhe von rund zwei Milliarden Euro bereitgestellt werden. Diese Maßnahmen sollen die traditionsreiche Werft, die seit 1795 besteht, stabilisieren.

Im Gegensatz dazu gibt es auch Werften, die von einer guten Auftragslage profitieren. Einige Betriebe verzeichnen eine Vollauslastung und planen einen Ausbau ihrer Belegschaft. Laut der Umfrage der IG Metall Küste sind die Auftragsbücher vieler Unternehmen bis Ende 2027 gefüllt. Dennoch stellt der Fachkräftemangel eine ernsthafte Herausforderung dar, die die Produktionskapazitäten bereits einschränken könnte. Die Altersstruktur in der Branche zeigt, dass der größte Teil der Beschäftigten über 55 Jahre alt ist, was die Problematik weiter verschärft.

Der Schiffbau in Deutschland konzentriert sich hauptsächlich auf drei große Werftengruppen: ThyssenKrupp Marine Systems, die Meyer Gruppe und die Lürssen-Gruppe. Diese Unternehmen beschäftigen über 70 Prozent aller Arbeitskräfte im deutschen Schiffbau. Während ThyssenKrupp für seine Werftentochter TKMS einen neuen Eigner sucht und dazu Gespräche mit dem Finanzinvestor Carlyle führt, wird auch ein möglicher Einstieg der Bundesregierung diskutiert. Insgesamt umfasst die Umfrage der IG Metall Küste 46 Werftbetriebe oder -standorte, die sowohl im militärischen als auch im zivilen Schiffbau tätig sind.

Die Zukunft des deutschen Schiffbaus wird maßgeblich von der Fähigkeit abhängen, genügend qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Diese sind notwendig, um strategisch wichtige Projekte wie den Bau von Konverterplattformen für Offshore-Windparks oder die Ausrüstung der Marine voranzutreiben und die Abhängigkeit von ausländischen Akteuren, insbesondere aus China, zu verringern.

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