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Deutsche Wirtschaft überrascht mit leichtem Wachstum

Konsumausgaben verhindern Rezession – Experten sehen keine Trendwende

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Deutsche Wirtschaft überrascht mit leichtem Wachstum

Die deutsche Wirtschaft hat im dritten Quartal 2024 unerwartet ein Wachstum verzeichnet und damit eine technische Rezession vermieden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Juli bis September um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Ökonomen, die von der Nachrichtenagentur Reuters befragt worden waren, hatten zuvor mit einem Rückgang von 0,1 Prozent gerechnet. Dennoch ist diese Entwicklung nicht als umfassende Trendwende zu sehen.

Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung noch um 0,3 Prozent gesunken. Zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativen BIP-Zahlen hätten eine technische Rezession bedeutet, was nun verhindert werden konnte. Den größten Beitrag zum Wachstum leisteten steigende Konsumausgaben sowohl im staatlichen als auch im privaten Sektor. Alexander Krüger, Chefvolkswirt beim Bankhaus Hauck Aufhäuser Lampe, kommentierte, dass die Wirtschaft unter der Last struktureller Schwächen ein „Lebenszeichen“ sende und betonte die Rolle der Konsumenten, die vermehrt Ausgaben tätigten. Doch er sieht darin keinen Beginn einer klassischen Konjunkturerholung.

Auch andere Experten teilen diese Einschätzung. Jörg Krämer von der Commerzbank betrachtet das Plus im dritten Quartal als Ausnahme und verweist auf ungünstige Frühindikatoren, die seit dem Frühjahr gefallen seien. Vor allem die Autoindustrie sei von schlechten Nachrichten betroffen, was Krämer dazu veranlasst, für 2025 lediglich mit einem geringen BIP-Zuwachs von 0,2 Prozent zu rechnen. Er prognostiziert für das kommende Winterhalbjahr weiterhin schwierige wirtschaftliche Bedingungen.

Ein weiteres Anzeichen für eine vorübergehende Verbesserung war der ifo-Geschäftsklimaindex, der im Oktober nach vier Rückgängen in Folge wieder stieg. Ifo-Präsident Clemens Fuest kommentierte, dass die deutsche Wirtschaft den „Sinkflug“ vorerst gestoppt habe, warnte jedoch davor, dies als langfristige Erholung zu deuten. Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe betonte, dass es für eine Trendwende zu früh sei.

Die Bundesbank erwartet ebenfalls keine deutliche Erholung und geht davon aus, dass die Wirtschaft im vierten Quartal stagnieren könnte. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für Deutschland eine Stagnation, während andere Industrienationen sich besser entwickeln. Probleme in der Industrie und auf dem Immobilienmarkt belasten die Wirtschaft zusätzlich. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht für 2025 ebenfalls keine wesentliche Verbesserung und rechnet mit einer fortgesetzten Schwächephase.

DeutschlandWirtschaftKonjunkturRezession

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