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Deutsche Unternehmensgewinne gemischt: Telekom stark, FME und Auto1 schwach

Während Deutsche Telekom und Allianz glänzen, enttäuschen Fresenius Medical Care und Auto1 mit vorsichtigen Prognosen die Märkte.

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Deutsche Unternehmensgewinne gemischt: Telekom stark, FME und Auto1 schwach

Der 26. Februar 2026 brachte deutschen Anlegern ein gespaltenes Bild: Starke Ergebnisse von Versicherern und Telekommunikationsunternehmen standen deutlichen Kursverlusten bei Fresenius Medical Care und Auto1 gegenüber. Gleichzeitig sorgen regulatorische Spannungen zwischen Berlin und Brüssel sowie sicherheitspolitische Reformen für Gesprächsstoff.

Fresenius Medical Care (FME) verlor im Mittagshandel 5,9 Prozent und fiel damit auf den Stand vom Jahresanfang 2026 zurück. Der Dialysespezialist prognostiziert ein weitgehend flaches Umsatzwachstum und ein operatives Ergebnis, das im mittleren einstelligen Prozentbereich schwanken könnte. Analysten hatten hingegen 4,3 Prozent Umsatzwachstum und 1 Prozent operatives Gewinnwachstum erwartet – die Enttäuschung war entsprechend groß.

Noch heftiger traf es den Online-Gebrauchtwagenhandel Auto1: Die Aktie brach um 16,44 Prozent auf 16,21 Euro ein und markierte damit den tiefsten Stand seit April 2025. Das Unternehmen plant, bis zu eine Million Fahrzeuge zu verkaufen und ein bereinigtes EBITDA von 250 bis 275 Millionen Euro zu erzielen – eine Spanne, die Analysten bereits am oberen Ende eingepreist hatten. Dabei wuchs Auto1 2025 durchaus stark: Der Umsatz stieg um 30 Prozent auf 8,17 Milliarden Euro, die Fahrzeugverkäufe legten um rund ein Fünftel auf 842.271 Einheiten zu.

Telekom und Allianz überzeugen

Deutsche Telekom präsentierte solide Zahlen für 2025: Umsatz und operatives Ergebnis legten jeweils knapp 3 Prozent zu. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern ein EBITDA-AL-Wachstum von 7 Prozent, getrieben vor allem von der US-Tochter T-Mobile. Der deutsche Heimatmarkt verzeichnete dagegen einen leichten Umsatzrückgang von 0,4 Prozent.

Allianz steht kurz vor der Veröffentlichung starker 2025-Ergebnisse: Analysten rechnen mit einem operativen Gewinn von rund 17,4 Milliarden Euro und einer Dividendenerhöhung auf 17,10 Euro je Aktie. Noch vor den offiziellen Zahlen kündigte der Versicherungsriese das größte Aktienrückkaufprogramm seit 2017 an – mit einem Volumen von bis zu 2,5 Milliarden Euro, das im März starten soll. Auch Industriezulieferer Norma gibt nach dem Verkauf seiner Wassermanagementsparte für rund 850 Millionen Euro bis zu 52,9 Millionen Euro per Rückkauf an Aktionäre zurück.

Der DAX stieg im Tagesverlauf um 0,3 Prozent. Positive Impulse kamen von starken Ergebnissen wie jenen der HSBC sowie von nachlassenden Sorgen rund um US-Präsident Trumps Zollpläne, deren Reichweite der Kongress begrenzen dürfte. Auf der negativen Seite belastete Spirituosenhersteller Diageo die Stimmung: Das Unternehmen kappte zum zweiten Mal binnen vier Monaten seine Jahresprognose wegen schwacher Nachfrage in den USA und China.

Makroökonomie und Regulierung

Deutschlands BIP wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent – eine Verbesserung gegenüber dem Vorquartal. Das stützte den Euro gegenüber dem US-Dollar leicht. Bank of America Securities bleibt bullish für EUR/USD und erwartet weitere Gewinne ab dem zweiten Quartal. Trüber fiel hingegen das Konsumklima aus: Der GfK-Index sank für März überraschend auf -24,7 Punkte.

Eine regulatorische Kollision zeichnet sich im Gebäudebereich ab. Deutschlands neues Gebäudemodernisierungsgesetz erlaubt weiterhin neue Gas- und Ölheizungen, sofern ein wachsender Anteil klimafreundlicher Kraftstoffe eingesetzt wird. Das steht im direkten Widerspruch zur EU-Gebäuderichtlinie, die bis 2050 Nullemissionsgebäude ohne fossile Brennstoffe vorschreibt. Da Mitgliedstaaten die Richtlinie bis Ende Mai in nationales Recht umsetzen müssen, droht Rechtsunsicherheit für Immobilieneigentümer – zumal der Gebäudesektor fast 40 Prozent von Deutschlands CO2-Emissionen verursacht.

Auf sicherheitspolitischer Ebene modernisiert die Bundesregierung Zoll und Bundeskriminalamt (BKA), um die organisierte Kriminalität effektiver zu bekämpfen. Diese verursachte 2024 einen wirtschaftlichen Schaden von geschätzten 2,64 Milliarden Euro. Künstliche Intelligenz soll bei der Datenanalyse und Täteridentifizierung helfen, gemeinsame Datenzentren zwischen Zoll und BKA entstehen. Illegaler Drogenhandel machte 2024 rund 40 Prozent aller Verfahren zur organisierten Kriminalität aus.

FCAS-Projekt stockt, DB Systel unter Druck

Im Rüstungsbereich gerät das europäische Kampfflugzeugprojekt FCAS ins Stocken. Frankreichs Dassault zeigt wenig Bereitschaft, Führungsverantwortung zu teilen. Als Alternativen werden ein Airbus-eigenes Kampfjet-Projekt oder ein vollständiger Schwenk zu autonomen Drohnen diskutiert – beide Optionen gelten als risikoreich.

Bei der Deutschen Bahn warnt die Gewerkschaft vor den Folgen einer Dezentralisierung des IT-Dienstleisters DB Systel. Offiziell sollen bis 2029 rund 1.900 Vollzeitstellen abgebaut werden, inoffiziell kursieren Zahlen von bis zu 4.000 Stellen. Kritiker verweisen auf vergangene Sicherheitsvorfälle wie den Wannacry-Angriff 2017 in dezentralen IT-Umgebungen und warnen vor explodierenden Kosten.

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