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Deutsche Telekom verzögert Telefonzellen-Abbau bis 2026 – Kosten steigen

Tausende veraltete Telefonanlagen blockieren Gehwege und kosten die Telekom weiter Geld

Deutsche Telekom verzögert Telefonzellen-Abbau bis 2026 – Kosten steigen

Die Deutsche Telekom hat ihr selbstgestecktes Ziel verfehlt: Bis Ende 2025 sollten alle öffentlichen Telefonzellen verschwunden sein. Doch in Großstädten wie München, Köln und Düsseldorf stehen weiterhin zahlreiche der veralteten Anlagen – viele davon beschädigt und verunstaltet. Das Unternehmen räumt ein, nicht im Zeitplan zu liegen. Der Rückbau wird auch 2026 fortgesetzt.

Dabei wurden die Telefonanlagen bereits vor drei Jahren flächendeckend abgeschaltet. Die gesetzliche Pflicht zur Bereitstellung öffentlicher Telefone fiel sogar schon 2021 weg. Dennoch kostet das Problem die Telekom weiter Geld: Allein in Köln zahlt das Unternehmen monatlich 12,90 Euro Sondernutzungsgebühren pro Standort an die Stadt.

Konkrete Zahlen zur verbleibenden Anzahl nennt die Telekom seit 2023 nicht mehr. Damals waren es noch 12.000 Telefonzellen in 1.800 Städten. Aktuell heißt es lediglich, dass in 70 Prozent der Städte alle öffentlichen Telefone verschwunden seien. In gut 20 Prozent stünden nur noch sehr wenige Standorte. Nur ein kleiner Teil der Städte habe noch mehr als zehn Anlagen.

Komplexe Genehmigungsverfahren bremsen Abbau

Die Verzögerungen haben technische und bürokratische Gründe. Zunächst muss der Strom abgeklemmt werden – eine Aufgabe der Energieversorger, die Tiefbaumaßnahmen und Genehmigungen erfordert. Diese Arbeiten können Monate dauern und hängen von regionalen Abläufen und Kapazitäten ab.

Auch der eigentliche Rückbau der Häuschen und Stelen erfordert Tiefbauarbeiten mit Baumaschinen. Bauämter müssen verkehrsrechtliche Anordnungen und Aufgrabegenehmigungen erteilen – weitere zeitraubende Prozesse. Anschließend muss die Oberfläche wiederhergestellt werden. Die Telekom betont: "Solche Vorgaben sind sinnvoll, aber sie kosten Zeit."

Großstädte mit besonderen Herausforderungen

Besonders in Metropolen gestaltet sich der Abbau schwierig. Dort gab es generell die größten Mengen an Telefonanlagen, und die komplexen Rahmenbedingungen fordern alle beteiligten Gewerke. Das erklärt, warum gerade in München, Köln und Düsseldorf noch viele beschädigte Anlagen das Stadtbild prägen.

Für Sammler waren die klassischen gelben und später pinkfarbenen Telefonzellen durchaus begehrt. Nach gründlicher Überholung verkaufte die Telekom sie für einige tausend Euro – manche Käufer stellten sie als Duschhäuschen in den Garten. Inzwischen sind diese Modelle längst vergriffen.

Die moderneren Edelstahl-Stelen bekommen kein zweites Leben. Sie werden recycelt, wobei zumindest Wertstoffe weitergenutzt werden sollen. Der Rückbau bleibt für die Telekom ein kostspieliges Imageproblem, das sich auch 2026 fortsetzen wird.

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