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Deutsche Industrie schwächelt weiter

Deutschland droht Rezession im Schlussquartal

Deutsche Industrie schwächelt weiter

Die deutsche Wirtschaft steht an einem kritischen Punkt: Nach einem schwachen September und einem stagnierenden Wirtschaftswachstum im dritten Quartal 2023, besteht die Gefahr, dass die Wirtschaft weiter schrumpfen könnte. Dieser Trend könnte ein ungünstiges Vorzeichen für das anstehende Schlussquartal des Jahres sein.

Im September verzeichnete das produzierende Gewerbe in Deutschland einen Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, was den anhaltenden Abwärtstrend in diesem Sektor verdeutlicht. Die deutsche Volkswirtschaft konnte sich zwar von der letzten Position im Euro-Raum befreien, jedoch ist dies nicht auf eine Erholung zurückzuführen, sondern darauf, dass andere Länder des Währungsraums ebenfalls in eine Rezession geraten sind. So schrumpfte die Wirtschaftsleistung im Eurogebiet im Sommerquartal um 0,1 Prozent – exakt so stark wie in Deutschland. Während Lettland und Belgien ein Wachstum verzeichneten, hatten Irland und Österreich mit stärkeren Einbrüchen zu kämpfen.

Die langfristige Perspektive zeigt die wahre Schwäche der deutschen Wirtschaft auf: Im Vergleich zum vierten Quartal 2019, also vor der Coronapandemie, stagnierte die Wirtschaftsleistung in Deutschland, während das reale Bruttoinlandsprodukt in der gesamten EU um 3,5 Prozent gestiegen ist. Wäre Deutschland im gleichen Maße gewachsen, hätte das eine erhebliche Steigerung der Wirtschaftsleistung und entsprechende Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge bedeutet.

Für das vierte Quartal prognostizieren Ökonomen einen weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent in Deutschland. Falls keine weiteren Revisionen durch das Statistische Bundesamt erfolgen, könnte dies zu einem Jahresminus von 0,2 oder 0,3 Prozent führen.

Trotz der schlechten Zahlen im September – Rückgang der Produktion, der Exporte und der Einzelhandelsumsätze – gibt es Grund zur Hoffnung: Das Ifo-Geschäftsklima hat seinen Tiefststand überwunden und der HCOB-Einkaufsmanager-Index erreichte ein Fünf-Monatshoch. Allerdings liegt der Index mit 40,8 Punkten immer noch deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Während der Industriesektor weiterhin schwächelt, halten sich die Dienstleister (ohne Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) relativ gut. Ihr Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent. Es zeichnet sich jedoch auch hier eine Abschwächung für den Herbst ab.

Ein positives Zeichen für das vierte Quartal sind die weltweiten Handelszahlen. Der "Kiel Trade Indicator" zeigt für den Beginn des vierten Quartals einen starken Zuwachs – eine Entwicklung, die insbesondere durch die anderen EU-Staaten getragen wird.

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