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Deutsche Forscher entwickeln umweltfreundliches Verfahren zur Lithiumextraktion

Karlsruher Wissenschaftler wollen mit dem neuen Verfahren Lithium aus Salzwasser gewinnen.

Deutsche Forscher entwickeln umweltfreundliches Verfahren zur Lithiumextraktion

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie haben ein umweltfreundliches Verfahren zur Gewinnung von Lithium aus den salzhaltigen Thermalwasserreservoirs im Oberrheingraben entwickelt. Ähnlich wie bei anderen Initiativen in Großbritannien wollen die deutschen Wissenschaftler das weiße Metall mit minimalinvasiven Verfahren gewinnen. Der von ihnen erdachte Mechanismus besteht darin, Lithiumionen aus dem Thermalwasser herauszufiltern und dann weiter zu konzentrieren, bis Lithium als Salz ausgefällt werden kann.  "Soweit wir wissen, können das bis zu 200 Milligramm pro Liter sein", sagt Jens Grimmer, Geowissenschaftler am KIT, der die Methode gemeinsam mit seiner Kollegin Florencia Saravia entwickelt hat. "Wenn wir dieses Potenzial konsequent nutzen, könnten wir einen erheblichen Teil des Bedarfs in Deutschland decken.  Im Vergleich zu traditionellen Methoden der Lithiumgewinnung aus den südamerikanischen Salinen und australischem Festgestein, so Grimmer, benötigt das Verfahren des KIT keine externen Wassereinspeisungen, da die bestehende Infrastruktur geothermischer Anlagen, durch die jährlich bis zu zwei Milliarden Liter Thermalwasser fließen, genutzt werden kann.  Gleichzeitig erzeugt das neue Verfahren kaum Abraum, der Flächenverbrauch ist minimal, und da das Thermalwasser nach der Nutzung in den Untergrund zurückgeführt wird, werden keine Schadstoffe freigesetzt und die geothermische Strom- und Wärmeproduktion nicht beeinträchtigt.  Was die Effizienz betrifft, so sagte der Forscher, dass der von ihm vorgeschlagene Mechanismus eine kontinuierliche Lithiumgewinnung innerhalb von Stunden im Thermalwasserkreislauf der Geothermieanlage ermöglicht, was sich stark von der Vorgehensweise bei den Lagerstätten des Lithiumdreiecks unterscheidet, wo der Anreicherungsprozess mehrere Monate dauert und stark witterungsabhängig ist.  Da das Verfahren die technische und energetische Infrastruktur einer geothermischen Anlage nutzen kann, fällt auch die CO2-Bilanz im Vergleich zum traditionellen Bergbau auf.  "Wir exportieren viele Umweltprobleme in Drittländer, um unseren Lebensstandard zu erhalten und zu verbessern. Mit diesem Prozess können wir unserer Verantwortung gerecht werden und wichtige Rohstoffe für moderne Technologien umweltschonend direkt vor der eigenen Haustür gewinnen", sagte Florencia Saravia in dem Briefing. "Gleichzeitig können wir regionale Wertschöpfungsketten aufbauen, Arbeitsplätze schaffen und geopolitische Abhängigkeiten reduzieren. Derzeit ist Deutschland Nettoimporteur von Lithium aus Chile, Argentinien und Australien, da viele Unternehmen es für die Produktion von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge verwenden. Damit wird dem Metall eine große Bedeutung für das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung beigemessen.

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