Deutsche Fondsbranche knackt 4,85 Billionen Euro Marke
Rekordwert durch ETF-Boom und steigende Anlegerzahlen – Depots nehmen um 14 Millionen zu

Die deutsche Fondsbranche hat 2025 einen historischen Meilenstein erreicht: Erstmals verwalteten Fondsgesellschaften ein Vermögen von über 4,85 Billionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) heute bekannt gab.
Das dritte Rekordjahr in Folge verdankt die Branche nicht nur gestiegenen Börsenkursen, sondern vor allem einem fundamental veränderten Anlageverhalten der Deutschen. Während institutionelle Investoren wie Versicherungen und Pensionskassen weiterhin knapp die Hälfte des Kapitals über Spezialfonds binden, boomt das Geschäft mit Privatanlegern.
Publikumsfonds, die sich an breite Anlegerschichten richten, verzeichneten 2025 das beste Neugeschäft seit 2021. Insgesamt flossen 86 Milliarden Euro frisches Kapital zu – davon allein 57 Milliarden Euro in Aktien- und Anleihe-ETFs. Diese börsengehandelten Indexfonds haben sich als Favorit deutscher Sparer etabliert. Über alle Anlageklassen hinweg sammelten Investmentfonds netto 154 Milliarden Euro ein.
Millionen neue Anleger strömen an die Börse
Die Zahlen der Bundesbank unterstreichen den Paradigmenwechsel: 37 Millionen Wertpapierdepots existieren mittlerweile in Deutschland – 14 Millionen mehr als noch 2020. Allein in den vergangenen zwei Jahren kamen sechs Millionen Depots hinzu. "Immer mehr Menschen erkennen, dass Wertpapiere ein zentraler Baustein für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge sind", erklärt BVI-Präsident Matthias Liermann.
Dieser Trend hat sich auch 2026 nahtlos fortgesetzt. Der positive Jahresstart signalisiert, dass die Deutschen ihre Scheu vor Aktieninvestments endgültig ablegen. Fondssparpläne boomen und entwickeln sich zum bevorzugten Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau.
Branche drängt auf Rentenreform mit Kapitaldeckung
Die Fondsbranche nutzt den Rückenwind, um ihre Forderungen nach einer grundlegenden Rentenreform zu bekräftigen. "In der gesetzlichen Rente ist der Einstieg in die Kapitaldeckung notwendig, um die wachsende Abhängigkeit des Rentensystems von Steuerzuschüssen mittelfristig zu verringern", betont BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter.
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Zur AktienanalyseBundeskanzler Friedrich Merz hat bereits einen "Paradigmenwechsel" in der Rentenpolitik angekündigt. Die gesetzliche Rentenversicherung bleibe zwar bestehen, werde aber künftig nur noch ein Baustein des Gesamtversorgungsniveaus sein. Private und betriebliche Altersvorsorge sollen deutlich mehr Gewicht erhalten. "Wir werden daraus eine vernünftige Reform im Laufe des Jahres machen", kündigte der CDU-Chef beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse an.
Die geplante Stärkung der kapitalgedeckten Altersvorsorge ist bereits im Koalitionsvertrag verankert. Für die Fondsbranche könnte dies weiteres Wachstumspotenzial bedeuten – und für Millionen Deutsche eine stabilere finanzielle Zukunft.


