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Deutsche Bundesanleihen: Renditen stabilisieren sich nach Mehrmonatstiefs

Zweijährige Bundesanleihen rentieren wieder bei 2,51 % – nach starker Rallye infolge schwacher US-Arbeitsmarktdaten und sinkender Inflation.

Deutsche Bundesanleihen: Renditen stabilisieren sich nach Mehrmonatstiefs

Die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen der Eurozone haben sich am Freitag leicht erholt und stabilisiert. Zuvor hatte eine kräftige Rallye die Renditen auf Mehrmonatstiefs gedrückt. Anleger nutzten die Verschnaufpause, um eine Kombination aus abkühlenden Wirtschaftsdaten aus den USA und Europa sowie eine sich verändernde geopolitische Lage zu verarbeiten.

Die Rendite der zweijährigen deutschen Bundesanleihe – ein besonders sensibler Indikator für die Erwartungen an die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank – stieg auf 2,51 %. Diese Bewegung folgte auf eine starke Rallye am Donnerstag, die die Rendite auf den niedrigsten Stand seit Mitte April hatte fallen lassen. Auch die richtungsweisende 10-jährige Bundesanleihe zog leicht an und rentierte zuletzt bei 2,91 %.

Schwache US-Arbeitsmarktdaten als Auslöser

Ausschlaggebend für die Bewegung am Rentenmarkt war ein deutlicher Rückgang der US-Stellenbesetzungen. Die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft – die sogenannten Non-Farm Payrolls – verfehlten die Erwartungen der Analysten erheblich. Diese Daten verschafften den globalen Anleihemärkten die nötige Entlastung und lösten die Rallye der Vorwoche aus.

Monatelang hatten europäische Anleihen unter dem Druck gelitten, dass eine anhaltende geldpolitische Straffung durch die US-Notenbank Federal Reserve die globalen Kreditkosten in die Höhe treiben und das Wirtschaftswachstum in der Eurozone abwürgen könnte. Die jüngsten Daten haben diese Sorgen nun merklich gedämpft.

Zusätzliche Unterstützung kam von der Inflationsseite: Die Inflationsdaten der Eurozone für Juni fielen niedriger aus als erwartet. Der nachlassende Preisdruck deckte sich mit den Signalen, die EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf dem jährlichen EZB-Forum im portugiesischen Sintra aussandte. Lagarde erklärte, dass die Risiken für Inflation und Wirtschaftswachstum in der Eurozone „zunehmend ausgewogener" werden – eine bemerkenswerte Kehrtwende gegenüber der Haltung der Zentralbank vor drei Wochen, als sie noch eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vorgenommen hatte.

Geopolitische Entspannung drückt Energiepreise

Einen weiteren wichtigen Beitrag zum Rückgang der Anleiherenditen leistete die geopolitische Lage. Greifbare Fortschritte bei den in Katar stattfindenden Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran haben die Marktängste erheblich entschärft. Der geopolitische Durchbruch drückte die weltweiten Ölpreise zurück auf das Vorkriegsniveau und ermöglichte eine Normalisierung des kommerziellen Schiffsverkehrs.

Die Entspannung bei diesen angebotsseitigen Schocks hat sowohl der EZB als auch der Fed mehr Spielraum gegeben, auf aggressive Zinserhöhungen zu verzichten. Damit bestärkt sich ein abwartender geldpolitischer Ansatz bis in den Herbst hinein.

Vor der Datenwelle dieser Woche hatte das CME FedWatch Tool noch eine Wahrscheinlichkeit von über 60 % für eine Fed-Zinserhöhung im September eingepreist. Hintergrund waren hawkishe Kommentare des neu ernannten Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh bei seinem Debüt. Seitdem haben die Anleger diese Wetten deutlich zurückgeschraubt und ihre Basiserwartungen in Richtung einer längeren geldpolitischen Pause bis Oktober verschoben.

Für deutsche Privatanleger und Rentenmarktbeobachter bleibt die Entwicklung der Bundesanleiherenditen ein zentraler Gradmesser: Sie spiegeln nicht nur die Erwartungen an die EZB-Zinspolitik wider, sondern beeinflussen auch direkt die Konditionen für Kredite, Hypotheken und Unternehmensfinanzierungen im gesamten Euroraum.

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