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Deutsche blicken mit Sorge auf Finanzen

Mietpreise und Lebenshaltungskosten belasten Verbraucher stark

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Deutsche blicken mit Sorge auf Finanzen

Die finanzielle Zukunft bereitet einem Großteil der Deutschen erhebliche Sorgen. Eine Umfrage unter 6.000 Verbrauchern in fünf europäischen Ländern zeigt, dass 80 Prozent der Befragten in Deutschland pessimistisch in die kommenden zwölf Monate blicken. Dies ist der höchste Wert unter den befragten Nationen, wobei Deutschland im Vergleich zu Frankreich, Italien, Polen und Großbritannien die geringste Zuversicht bei der finanziellen Lage aufweist. Die Befragung wurde im März 2025 für den Informationsdienstleister Crif durchgeführt.

Die wachsende Unsicherheit in Deutschland hängt vor allem mit der steigenden Belastung durch erhöhte Kosten zusammen. Rund ein Viertel der Deutschen gibt an, bereits Zweifel zu haben, ob sie ihre Rechnungen stets pünktlich begleichen können. Knapp ein Drittel erwartet eine weitere Verschlechterung der eigenen finanziellen Situation. Besonders deutlich zeigt sich der Druck durch steigende Mietpreise: 32 Prozent der Befragten berichten, mehr für Miete oder Hausfinanzierung ausgeben zu müssen als noch vor fünf Jahren. Die Angebotsmieten in den größten deutschen Städten sind seit 2015 im Schnitt um fast 50 Prozent gestiegen. Der Deutsche Mieterbund warnt vor einer Armutsfalle, da über drei Millionen Haushalte mittlerweile mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete ausgeben.

Nicht nur bei den Wohnkosten, auch bei weiteren Ausgaben fühlen sich viele Menschen belastet. Ein Drittel der Befragten gibt an, für Versicherungen und Kraftstoff mittlerweile mehr zahlen zu müssen. Insgesamt haben sich die Haushaltskosten für 44 Prozent der Deutschen erhöht. Trotz einer leichten Abschwächung der Inflationsrate von 2,1 auf 2,0 Prozent im Juni bleibt der Preisdruck bei Dienstleistungen wie Versicherungen, Pauschalreisen oder Autoreparaturen hoch. Viele Lebensmittel verteuerten sich zudem deutlich: Schokolade kostete im Mai im Vergleich zum Vorjahr 28 Prozent mehr, Bohnenkaffee 19,5 Prozent, Orangensaft und Rinderhackfleisch jeweils rund 15 Prozent.

Vor diesem Hintergrund reagieren die Verbraucher mit einem veränderten Konsumverhalten. Fast 60 Prozent gaben an, im vergangenen Jahr sparsamer geworden zu sein. Diese Zurückhaltung trifft auch den Einzelhandel, der sich nach der Corona-Pandemie eine Erholung erhofft hatte, aber weiterhin unter schleppenden Geschäften leidet. Gleichzeitig zeigt die Umfrage einen Wandel in der Finanzstrategie der Deutschen: 52 Prozent haben im vergangenen Jahr einen neuen Kreditrahmen in Anspruch genommen, und 20 Prozent nutzen „Buy Now, Pay Later“-Angebote, was fast doppelt so viele sind wie im europäischen Durchschnitt.

Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse eine breite Verunsicherung in der Mitte der deutschen Gesellschaft. Während europaweit 74 Prozent der Befragten finanzielle Sorgen äußern, sind es in Deutschland 80 Prozent. Zudem ist die Sorge, Rechnungen nicht fristgerecht zahlen zu können, mit 24 Prozent in Deutschland doppelt so hoch wie in Frankreich oder Polen. Verbraucherschützer weisen auf die Gefahr einer Überschuldung hin und fordern besseren Schutz für Kreditnehmer, um die finanzielle Stabilität der Verbraucher zu sichern.

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