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Deutsche Biotech-Branche erlebt Investitionsboom

Milliarden fließen in neue Projekte und internationale Partnerschaften

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Deutsche Biotech-Branche erlebt Investitionsboom

Die deutsche Biotech-Branche verzeichnet in diesem Jahr einen erheblichen Kapitalzufluss. In den ersten neun Monaten wurden mehr als 1,6 Milliarden Euro in die Branche investiert, was einem Anstieg von etwa 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Zahlen stammen vom Branchenverband Bio Deutschland und der Beratungsgesellschaft EY und verdeutlichen das zunehmende Interesse an deutschen Biotech-Unternehmen.

Ein wichtiger Kapitalgeber, Kurma Partners aus Paris, hat kürzlich angekündigt, einen neuen Fonds im Umfang von 250 Millionen Euro aufzulegen, was den bisher größten Fonds der Investmentfirma darstellt. Kurma hat bereits 140 Millionen Euro eingesammelt und plant, die verbleibenden 110 Millionen Euro bis Ende des kommenden Jahres zu sichern. Schwerpunkt der Investitionen sind europäische Biotech-Firmen, wobei der Fokus insbesondere auf Deutschland, Frankreich und den Beneluxstaaten liegt.

Kurma Partners hat bereits drei europäische Biotech-Unternehmen in diesem Jahr mit Wagniskapital unterstützt, darunter auch SciRhom aus Deutschland. Dieses Unternehmen ist auf Autoimmunerkrankungen spezialisiert und entwickelt eine neue Therapie gegen Rheuma. In einer ersten Finanzierungsrunde im Sommer konnte SciRhom insgesamt 63 Millionen Euro von verschiedenen namhaften Investoren erhalten, zu denen neben Kurma auch Andera Partners, MIG Capital und Wellington Partners gehören.

Die Zahl der großen Finanzierungsrunden wächst ebenfalls. In diesem Jahr gab es bereits drei Finanzierungsrunden mit einem Volumen von jeweils über 100 Millionen Euro, die alle an Firmen im Raum München gingen. Die ITM SE, die an radioaktiven Therapien gegen Tumore forscht, sicherte sich 188 Millionen Euro. Catalym erhielt 137 Millionen Euro für die Entwicklung eines Medikaments zur Verbesserung der Wirkung von Krebstherapien. Tubulis konnte im März eine Finanzierungsrunde über 128 Millionen Euro abschließen und erforscht Antibody-Drug Conjugates (ADCs), die in der Zelle ähnlich wie eine Chemotherapie wirken.

Von Januar bis September flossen insgesamt etwa 803 Millionen Euro an Wagniskapital in die Branche, was einem Anstieg von mehr als 50 Prozent entspricht. Über Kapitalerhöhungen an der Börse erhielten die Unternehmen in diesem Zeitraum rund 813 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 86 Prozent entspricht. Ein großer Teil dieser Summe ist auf eine Wandelanleihe des Diagnostikunternehmens Qiagen in Höhe von umgerechnet 451 Millionen Euro zurückzuführen.

Trotz der positiven Entwicklungen bleibt Deutschland bei der Finanzierung im internationalen Vergleich zurück, insbesondere im Vergleich zu den USA. Laut Daten des Finanzierungsspezialisten FCF wurden von Januar bis August über 13,3 Milliarden Euro in den amerikanischen Biotech-Sektor investiert. Bei Börsengängen ist die US-Technologiebörse Nasdaq weiterhin die bevorzugte Wahl für deutsche Biotech-Unternehmen, da sie ein spezialisiertes Umfeld und höhere Bewertungen bietet.

In Deutschland fand in diesem Jahr der Börsengang von Pentixapharm in Frankfurt statt, dem ersten Biotech-Börsengang seit 2016. Das Unternehmen platzierte 3,9 Millionen Aktien zu einem Preis von je 5,10 Euro und plant, 19,9 Millionen Euro einzunehmen. Die Entscheidung für Frankfurt als Börsenplatz erfolgte aufgrund der Struktur des Börsengangs und der regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland.

DeutschlandIndustrieBiotechInvestitionen

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