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Deutsche Bank findet Kompromiss im Homeoffice-Streit

Bisherige Regelungen bleiben vorerst bestehen, Diskussionen gehen weiter

Deutsche Bank findet Kompromiss im Homeoffice-Streit

Die Deutsche Bank hat im Streit um Homeoffice-Regelungen vorerst einen Kompromiss gefunden. Vorstandschef Christian Sewing hatte eine Erhöhung der Büropräsenz gefordert und restriktivere Homeoffice-Regeln vorgeschlagen, stieß jedoch auf Widerstand des Betriebsrats. Nun können die Beschäftigten in Deutschland weiterhin von den bisherigen, großzügigen Homeoffice-Regeln profitieren. Dies geht aus einem Schreiben des Konzern- und Gesamtbetriebsrats hervor.

Sewing hatte ursprünglich alle Beschäftigten aufgefordert, sich neu für das mobile Arbeiten zu registrieren und ihre zukünftige Homeoffice-Quote festzulegen. Künftig sollten maximal zwei Tage pro Woche im Homeoffice verbracht werden, für Führungskräfte sogar nur ein Tag. Insbesondere sollten Freitag und Montag nicht mehr gleichzeitig als Homeoffice-Tage gewählt werden dürfen. Bisher war eine Homeoffice-Quote von bis zu 60 Prozent möglich, was viele Beschäftigte nutzten.

Der Betriebsrat erklärte nun in einer Mitteilung, dass die bisherigen Registrierungen in Deutschland gültig bleiben, bis die Deutsche Bank diese Vereinbarungen formell aufhebt. Dies bedeutet, dass auch die beliebte Kombination von Montag und Freitag als Homeoffice-Tage vorerst weiter möglich ist. Beschäftigte müssen allerdings schriftlich versichern, dass sie eine bestehende Vereinbarung fortführen. Insider bestätigten, dass es sich hierbei um einen vorläufigen Bestandsschutz handelt, der Zeit für eine endgültige Lösung verschaffen soll.

Eine Sprecherin der Deutschen Bank betonte, dass alle Beschäftigten ermutigt würden, ihre Arbeitsmodelle an die neuen Richtlinien anzupassen, es jedoch gleichzeitig eine Anpassungsfrist gebe. Dies gelte auch für die Managing Directors. Der Kompromiss friert einen internen Konflikt ein, der zu Jahresbeginn hohe Wellen geschlagen hatte. Die geplanten Änderungen hatten zu über 1300 kritischen Kommentaren im Intranet geführt. Verhandlungen gehen weiter.

Auch andere Banken haben ähnliche Herausforderungen. Bei der ING Deutschland gab es eine Empfehlung für einen Präsenztag pro Woche. Der Vorstand habe dies als Richtwert ausgesprochen, um die Zusammenarbeit zu fördern. Die endgültige Entscheidung liege jedoch bei den einzelnen Teams. Auch die Commerzbank verfolgt einen flexiblen Ansatz und hat sich von festen Homeoffice-Quoten verabschiedet. Teams entscheiden selbst über die Anzahl der Homeoffice-Tage, wobei mindestens ein Teamtag pro Woche vorgesehen ist.

Die DZ Bank lehnt starre Obergrenzen ebenfalls ab. Vorstandschef Cornelius Riese erklärte, dass solche Quoten für die Organisation keinen Sinn ergäben, räumte aber ein, dass eine vollständige Absenzkultur der Unternehmenskultur schaden würde.

Die Entwicklungen zeigen, dass Banken in Deutschland nach einem ausgewogenen Ansatz suchen, der sowohl Flexibilität als auch regelmäßige Büropräsenz berücksichtigt.

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