Deutsche Bahn rüstet Fernverkehr mit Bodycams für 2.000 Mitarbeiter aus
Nach einem tödlichen Angriff im Februar reagiert die Deutsche Bahn und weitet den Bodycam-Einsatz auf den Fernverkehr aus.

Die Deutsche Bahn erweitert ihr Sicherheitsprogramm für Beschäftigte: Ab sofort erhalten rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fernverkehr sogenannte Bodycams. Betroffen sind Zugbegleiter, Beschäftigte in der Bordgastronomie sowie Mitarbeitende in den DB Lounges. Die Kameras werden an der Dienstkleidung befestigt und sollen Übergriffe durch Fahrgäste besser dokumentierbar machen.
Die Nutzung der Geräte bleibt dabei freiwillig. Vor dem Einsatz müssen die Beschäftigten laut Bahn eine umfassende Schulung absolvieren. Der Konzern betont die doppelte Schutzwirkung der Maßnahme: „Bodycams tragen dazu bei, dass sich Reisende und Mitarbeitende gleichermaßen sicher in den Zügen des Fernverkehrs fühlen. Sie haben eine präventive Wirkung und dienen der Abwehr und Reduktion von Gewalttaten sowie der Beweissicherung."
Reaktion auf tödlichen Angriff im Februar
Der Hintergrund der Ausweitung ist ernst: Bahnchefin Evelyn Palla hatte nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Regionalverkehr im Februar dieses Jahres angekündigt, noch im laufenden Jahr alle Beschäftigten mit Kundenkontakt mit Bodycams auszustatten. Bislang war der Einsatz der Kameras ausschließlich im Regionalverkehr üblich. Mit der jetzigen Ausweitung auf den Fernverkehr löst die Bahn dieses Versprechen ein.
Die Bodycam-Initiative ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets, das der bundeseigene Konzern unter dem Namen „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene" gebündelt hat. Das Programm umfasst mehrere konkrete Schritte, die gemeinsam die Sicherheitslage im Bahnbetrieb verbessern sollen.
Aktionsplan umfasst weitere Sicherheitsmaßnahmen
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Zur AktienanalyseNeben den Bodycams sieht der Aktionsplan folgende Maßnahmen vor:
- Einstellung von 200 zusätzlichen Sicherheitskräften
- Weiterentwicklung eines sogenannten Hilferufknopfs, mit dem Beschäftigte in Gefahrensituationen bereits jetzt unauffällig die Leitstelle alarmieren können
Für Anleger, die die Deutsche Bahn im Blick behalten, ist das Thema Mitarbeitersicherheit auch aus unternehmerischer Perspektive relevant. Steigende Übergriffe auf Bahnpersonal können zu höheren Krankenständen, Personalengpässen und letztlich zu Betriebsstörungen führen – Faktoren, die die Betriebseffizienz des bundeseigenen Konzerns belasten. Investitionen in präventive Sicherheitsmaßnahmen können dem entgegenwirken und langfristig zur Stabilität des Betriebs beitragen. Da die Deutsche Bahn nicht börsennotiert ist, wirken sich solche Entwicklungen jedoch nicht direkt auf einen Aktienkurs aus.


