Deutsche Bahn beendet Coworking-Angebot an Bahnhöfen
Schließungen wegen geringer Nachfrage und finanzieller Verluste an mehreren Standorten

Die Deutsche Bahn hat beschlossen, ihre seit 2020 an mehreren Bahnhöfen angebotenen Coworking-Standorte zu schließen. Dies gab eine Sprecherin des Unternehmens bekannt und verwies auf die unzureichende Nachfrage nach den zusätzlichen Arbeitsplätzen und Meetingräumen, die hauptsächlich auf veränderte Arbeitsmodelle infolge der Corona-Pandemie zurückzuführen sei. Die mietbaren Büroarbeitsplätze an Bahnhöfen wie Berlin, Hannover und Mannheim sowie an weiteren Standorten wie Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg werden im Rahmen dieses Schrittes abgeschafft. Zuvor waren die Arbeitsplätze insbesondere für Pendler und Geschäftsreisende gedacht, um Wartezeiten produktiv zu nutzen.
Die Coworking-Standorte, die Teil des „Smart City“-Projekts der Deutschen Bahn waren, sollten als Ergänzung zur bestehenden Infrastruktur dienen. Sie wurden jedoch nur wenig genutzt, was zu operativen Verlusten im sechsstelligen Bereich führte. Als Folge des laufenden Spar- und Sanierungsprogramms „S3“ trennt sich der Konzern nun von diesem unrentablen Geschäftsbereich. In Berlin werden die Räumlichkeiten zukünftig von der Infrastrukturgesellschaft InfraGo genutzt, während an anderen Standorten nach Möglichkeiten zur Vermarktung innerhalb der Coworking-Branche gesucht wird.
Das Ziel der Deutschen Bahn bleibt weiterhin die Attraktivitätssteigerung ihrer Bahnhöfe. Im Rahmen der umfassenden Modernisierung sollen jährlich rund 100 Bahnhöfe und Verkehrsstationen fertiggestellt werden, um die Aufenthaltsqualität für Reisende zu verbessern. Dabei liegt der Fokus auf der ganzheitlichen Sanierung der Bahnhöfe, um diese ansprechender zu gestalten und für eine bessere Erfahrung der Fahrgäste zu sorgen.
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Zur AktienanalyseDas Sanierungsprogramm „S3“ zielt auch darauf ab, die finanzielle Situation des Unternehmens zu stabilisieren und die Leistungsfähigkeit der Schiene bis 2027 wiederherzustellen. Im ersten Halbjahr des Jahres 2024 erwirtschaftete die Deutsche Bahn einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro nach Zinsen und Steuern, während nur rund 60 Prozent der Fernverkehrszüge pünktlich an ihrem Ziel ankamen. Hauptursache für die Probleme ist die marode Infrastruktur. Aus diesem Grund plant das Unternehmen, bis 2030 insgesamt 40 wichtige Teilstrecken des Schienennetzes zu sperren und umfassend zu erneuern.


