Deutsche Autoindustrie: Transformation läuft – Experte bleibt optimistisch
Ökonom Martin Gornig sieht die deutsche Automobilindustrie trotz schwieriger Lage nicht am Ende – und verweist auf historische Krisen.

Die deutsche Automobilindustrie steckt mitten im Wandel. Doch von Untergang will Ökonom Martin Gornig nichts hören. „Noch immer in der Transformation" – so beschreibt er den aktuellen Zustand der Branche in einem Satz. Und er fügt hinzu: Das Potenzial, diese Transformation erfolgreich zu meistern, sei durchaus vorhanden.
Gegenüber der WirtschaftsWoche betont Gornig, dass er keineswegs pessimistisch in die Zukunft blicke. Der Grund dafür liegt für ihn in der Geschichte: Die Autoindustrie wurde bereits mehrfach für tot erklärt – und hat sich jedes Mal erholt.
Eine Branche mit langer Krisengeschichte
Gornig erinnert an eine ganze Reihe von Schocks, die die Branche in der Vergangenheit erschüttert haben. Zuletzt war es die globale Finanzkrise, die die Automobilhersteller weltweit unter Druck setzte. Davor sorgte das Konzept der sogenannten Basar-Ökonomie für Verunsicherung in der deutschen Industrie.
Noch früher traf der Japan-Schock die heimischen Hersteller hart, als japanische Konkurrenten mit günstigeren und zuverlässigeren Fahrzeugen auf den Markt drängten. Und davor war es ein massiver Wechselkurs-Schock, der die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportwirtschaft – und damit auch der Autobauer – auf eine harte Probe stellte.
Transformation als Chance begreifen
Für Privatanleger, die in Aktien der deutschen Automobilhersteller investiert sind oder dies erwägen, liefert Gornigs Einschätzung einen wichtigen historischen Kontext. Die Branche hat bewiesen, dass sie sich anpassen kann – auch wenn der Weg dorthin schmerzhaft war.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie aktuelle Transformation, die unter anderem den Umstieg auf Elektromobilität, neue Software-Architekturen und veränderte globale Lieferketten umfasst, stellt die Hersteller vor gewaltige Herausforderungen. Dennoch legt die Vergangenheit nahe, dass die Industrie auch diesen Wandel bewältigen kann.
Anleger sollten die strukturellen Herausforderungen der Branche nicht unterschätzen – aber eben auch nicht überbewerten. Wer die Geschichte der deutschen Automobilindustrie kennt, weiß: Sie wurde schon oft totgesagt. Und ist jedes Mal zurückgekommen.


