ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Deutsche Autobauer: VDA-Chefin sieht Comeback-Chance in China

Hildegard Müller widerspricht dem Pessimismus und setzt auf neue Produktoffensive im Reich der Mitte

Deutsche Autobauer: VDA-Chefin sieht Comeback-Chance in China

Die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie war lange düster. Doch beim WirtschaftsWoche-Gipfeltreffen in Schwäbisch Hall verbreitete VDA-Chefin Hildegard Müller ungewohnten Optimismus. Ihre Botschaft an die versammelten Mittelständler: Schluss mit der Schwarzmalerei, die Wende ist möglich.

Die Zahlen sprechen zunächst eine andere Sprache. 40 Prozent aller in Deutschland produzierten Fahrzeuge sind mittlerweile Elektroautos. Doch die Nachfrage hinkt dieser Produktion deutlich hinterher. Besonders schmerzhaft: Der einst so profitable chinesische Markt entwickelt sich zum Sorgenkind deutscher Hersteller.

Jahrelang galt China als Wachstumsgarant für BMW, Mercedes und Volkswagen. Mit der Elektrowende kippte der Trend jedoch abrupt. Lokale Anbieter wie BYD, Nio oder Xpeng eroberten Marktanteile im Eiltempo. Die deutschen Premium-Marken gerieten ins Hintertreffen.

Pragmatischer Blick auf 1,4 Milliarden Konsumenten

Müller versucht die Entwicklung nüchtern einzuordnen. Bei einem Markt von 1,4 Milliarden Verbrauchern sei es natürlich, dass sich heimische Marken durchsetzen. "Jeder Markt tendiert zu Heimatmarken", erklärt die VDA-Chefin. Doch genau diese Etablierung der chinesischen Wettbewerber könnte nun paradoxerweise zur Chance werden.

Die deutschen Hersteller hätten ihre neue Marktposition akzeptiert und könnten von dieser Basis aus wieder angreifen. Müller setzt dabei große Hoffnungen auf die Automesse in Peking Ende April. "Ich bin mir sicher, dass wir dort eine Reihe neuer Produkte deutscher Hersteller sehen werden."

Besonders interessant: Die VDA-Chefin widerspricht der weit verbreiteten Annahme, China setze ausschließlich auf reine Elektrofahrzeuge. "Es ist eine Mär, dass China allein auf Elektro setzt", betont Müller. Gerade für Plug-in-Hybride und E-Autos mit Range Extendern gebe es weiterhin Nachfrage. Genau in diesen Segmenten könnten deutsche Hersteller punkten.

Erste Anzeichen der Erholung

Tatsächlich mehren sich vorsichtige Hoffnungszeichen. Das ifo-Institut meldete für Januar eine leichte Aufhellung des Geschäftsklimaindex um 0,2 Punkte auf minus 19,6. Die Geschäftserwartungen stiegen sogar um 2,8 Punkte. Allerdings speist sich dieser Optimismus hauptsächlich aus Europa, während die globale Perspektive skeptisch bleibt.

Beatrix Keim, Chefin des Forschungszentrums CAR und langjährige China-Expertin, teilt Müllers Zuversicht. "Bei der Technologie fürs autonome Fahren haben die deutschen Hersteller immer noch eine gute Position", sagt Keim. Als Beispiel nennt sie das jüngste Upgrade der Mercedes S-Klasse.

Sicherheit als Trumpfkarte

Keim sieht einen weiteren Vorteil für deutsche Hersteller: die wachsende Bedeutung von Sicherheit im chinesischen Markt. "Es geht nicht nur um die Karaoke-Maschine im Auto", spielt sie auf die Lifestyle-Features chinesischer Anbieter an. Nach einem schweren Unfall eines autonomen Xiaomi-Fahrzeugs greife der Staat verstärkt regulierend ein.

Jüngst wurden versenkbare Türgriffe, wie Tesla sie verwendet, stark eingeschränkt. "Das wird ein Stück weit das Ende von China Speed sein", prognostiziert Keim. Sicherheit sei eine klassische Stärke deutscher Hersteller, die ihnen nun in die Karten spiele.

Allerdings bleibt die Herausforderung gewaltig. Der chinesische Pkw-Verband erwartet für 2026 erstmals seit Jahren eine Stagnation mit den schwächsten Verkäufen seit 2020. Selbst wenn die deutschen Hersteller Marktanteile zurückgewinnen sollten, wird das Geschäft hart umkämpft bleiben. Ein Selbstläufer wird 2026 definitiv nicht.

VDAHildegard MüllerDeutsche AutobauerChina AutomarktElektromobilitätPlug-In-HybridAutonomes FahrenMercedesBMWVolkswagen

Disclaimer