Deutsche AfD-Influencerin beantragt US-Förderung für rechtes Mediennetzwerk
Eine deutsche Rechtspopulistin, deren Beiträge Elon Musk regelmäßig verstärkt, will mit US-Staatsgeldern ein neues Mediennetzwerk aufbauen.

BERLIN – Eine deutsche rechtsgerichtete Influencerin hat beim US-Außenministerium Fördermittel für den Aufbau eines politischen Mediennetzwerks beantragt. Das berichtete das Handelsblatt am Montag. Die Antragstellerin bezeichnet sich selbst als Libertäre und ist bekennende Unterstützerin der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD).
Die 25-Jährige gab gegenüber dem Handelsblatt an, sie habe sich im Rahmen eines Förderprogramms des US-Außenministeriums beworben. Dieses Programm zielt darauf ab, europäische Organisationen zu unterstützen, die sich mit Themen wie Meinungsfreiheit, nationaler Souveränität und den Auswirkungen von Migration befassen. Eine Entscheidung über den Antrag steht laut eigenen Angaben noch aus.
Das geplante Netzwerk trägt den Namen „Freedom Alliance of the West". Es soll einen Social-Media-Kanal sowie Kooperationen mit Anwälten im Bereich der Meinungsfreiheit, alternativen Medien und Umfrageinstituten umfassen. Das Projekt richtet sich damit klar an ein politisch rechtsorientiertes Publikum.
Verbindungen zu Elon Musk und US-Asylantrag
Die Influencerin ist in Deutschland vor allem als Klimawandelskeptikerin bekannt geworden. Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich zu einer der deutschen Kommentatorinnen, mit denen Tesla- und X-Chef Elon Musk auf seiner Social-Media-Plattform X am häufigsten interagiert. Die Verstärkung ihrer Beiträge durch Musk dürfte maßgeblich zu ihrer Reichweite beigetragen haben.
Dem Bericht des Handelsblatts zufolge hat die 25-Jährige im vergangenen Jahr zudem politisches Asyl in den Vereinigten Staaten beantragt. Dieser Schritt unterstreicht ihre enge Verbindung zu den USA und könnte im Zusammenhang mit dem Förderantrag beim US-Außenministerium stehen.
Auf eine Anfrage von Reuters um eine Stellungnahme reagierte die Influencerin nicht. Auch das US-Außenministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorgang. Das Handelsblatt hatte zuerst über den Förderantrag berichtet.
Hintergrund: US-Förderprogramme für europäische Medien
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Zur AktienanalyseDas beschriebene Förderprogramm des US-Außenministeriums richtet sich an europäische Organisationen mit einem bestimmten thematischen Fokus. Dass eine deutsche Einzelperson mit rechtspopulistischem Hintergrund einen solchen Antrag stellt, ist ungewöhnlich und dürfte politische Diskussionen auslösen – sowohl in Deutschland als auch in den USA. Die AfD selbst steht in Deutschland unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, was dem Vorgang zusätzliche politische Brisanz verleiht.
Ob der Antrag bewilligt wird, ist derzeit offen. Die Entscheidung des US-Außenministeriums bleibt abzuwarten. Für deutsche Beobachter wirft der Fall grundsätzliche Fragen über die Finanzierung politischer Medienprojekte durch ausländische Regierungsstellen auf.


