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Der Wandel von Papierrezepten zu digitalen Lösungen

Wie Patienten E-Rezepte in Apotheken und online einlösen können

Der Wandel von Papierrezepten zu digitalen Lösungen

Das traditionelle rosa Papierrezept ist in Deutschland weitgehend Geschichte. Seit Anfang 2024 sind Ärztinnen und Ärzte gesetzlich verpflichtet, verschreibungspflichtige Medikamente ausschließlich über elektronische Rezepte (E-Rezepte) auszustellen. Mittlerweile wurden über eine halbe Milliarde dieser E-Rezepte eingelöst, vor allem in stationären Apotheken. Doch auch Online-Apotheken verzeichnen einen Anstieg in der Nutzung digitaler Einlösewege.

Das E-Rezept kann in Apotheken vor Ort über die elektronische Gesundheitskarte eingelöst werden, die in ein Lesegerät gesteckt wird. Das Rezept wird dann über einen zentralen Gesundheitsserver der nationalen Agentur für digitale Medizin (Gematik) abgerufen. Bei Online-Apotheken funktioniert dieser Prozess ähnlich, jedoch übernimmt ein Smartphone die Rolle des Lesegeräts. Dafür benötigen die Versicherten eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte und ein entsprechend ausgestattetes Smartphone. Über eine App wird die Gesundheitskarte mit einer Mobilfunknummer verknüpft, und ein per SMS übermittelter Code dient der Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Die großen Online-Apotheken Doc Morris und Shop-Apotheke bieten bereits seit mehreren Monaten eigene Lösungen für die digitale Einlösung von E-Rezepten an. Deutsche Online-Apotheken konnten nach einer Testphase und Zulassungsverfahren ebenfalls in den Markt einsteigen. Inzwischen bieten mehr als 15 Anbieter, darunter Medikamente per Klick, Apodiscounter und Sanicare, entsprechende Dienste an.

Auch stationäre Apotheken haben digitale Angebote erweitert. Mithilfe von Apps wie der E-Rezept-App der Gematik oder Plattformen wie gesund.de können E-Rezepte aus der Ferne eingelöst werden. Diese Plattformen kooperieren mit Partnern wie Pharmagroßhändlern und Abrechnungsdienstleistern, um den Prozess zu unterstützen. Zudem kann weiterhin der Ausdruck eines E-Rezept-Codes genutzt werden, der digital hochgeladen oder verschickt wird.

Die Gematik-App, eine zentrale Lösung für die Verwaltung und Einlösung von E-Rezepten, wird vergleichsweise wenig genutzt. Sie wurde bislang nur knapp über zwei Millionen Mal heruntergeladen. Neben einer PIN-Nummer der Krankenkasse erfordert die Nutzung dieser App ebenfalls NFC-fähige Geräte.

Das Verfahren zur Einlösung von E-Rezepten wurde so gestaltet, dass Sicherheitsaspekte wie die Nachverfolgbarkeit von Zugriffen berücksichtigt werden. Jede Gesundheitskarte ist dabei nur mit einer Mobilfunknummer verknüpfbar, wodurch unbefugte Zugriffe erkannt werden können. Bei einer Änderung der Nummer wird die Verknüpfung aufgehoben, und der Nutzer wird entsprechend informiert.

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