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Dentolo wächst trotz Wefox-Krise

Profitables Insurtech setzt auf Influencer und innovative Vertriebswege in Deutschland

Dentolo wächst trotz Wefox-Krise

Das größte deutsche Versicherungs-Start-up Wefox befindet sich derzeit in einer Krise und zieht sich deshalb aus dem deutschen Markt zurück. Grund dafür ist die mangelnde Rentabilität des Unternehmens in Deutschland. Wefox wird jedoch weiterhin in der Schweiz, den Niederlanden, Österreich und Italien aktiv bleiben. Im Gegensatz dazu verzeichnet der Rivale Dentolo, der zur Direktversicherungstochter der Zurich Versicherung, DA Direkt, gehört, profitables Wachstum in Deutschland. Dentolo, das 2015 gegründet wurde, verkauft Versicherungen für Zahnpatienten und Tierbesitzer und kommt ohne klassische Finanzierungsrunden aus.

Wefox war einst das einzige deutsche Insurtech, das eine Milliardenbewertung erreichte, wurde jedoch kürzlich auf nur noch 550 Millionen Dollar geschätzt, nachdem das Unternehmen zuvor mit 4,5 Milliarden Dollar bewertet wurde. Laut einer Studie der Unternehmensberatung EY ist die Zahl der Finanzierungsrunden sowie die Investitionssummen in Start-ups in Deutschland zurückgegangen. Investoren agieren selektiv und zögerlich, was Wefox und anderen Insurtechs das Überleben erschwert.

Dentolo hingegen hat den Vorteil, unter dem Dach der Zurich Versicherungsgruppe zu agieren und somit nicht auf externe Investoren angewiesen zu sein. Peter Stockhorst, Digitalvorstand von Zurich, betont, dass Dentolo nicht auf Pitch-Präsentationen angewiesen ist, was ein großer Vorteil ist. Wefox und andere Insurtechs wie Element, das zweitgrößte Insurtech im deutschen Markt, haben Schwierigkeiten, ausreichend Kapital zu beschaffen.

Die Übernahme eines Start-ups durch einen Konzern hat laut EY-Versicherungsberater Thomas Prüver sowohl Vor- als auch Nachteile. Positiv sei, dass das Start-up finanziell abgesichert sei, während es nachteilig sein könnte, dass das Wachstum nach der Übernahme gebremst wird. Bei Dentolo und Zurich hat sich jedoch eine produktive Symbiose entwickelt. Nach der vollständigen Übernahme durch Zurich im Jahr 2019 und der Eingliederung in DA Direkt stiegen die gebuchten Beitragseinnahmen von Dentolo von 1,7 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 44,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Dentolo setzt im Vertrieb auf Influencer-Kampagnen und nutzt erfolgreich Social Media, um neue Kunden zu gewinnen. Bekannte Persönlichkeiten wie Cathy Hummels und Lisa Walser helfen, durch ihre Reichweite auf Instagram und anderen Plattformen, die Versicherung an ein breites Publikum zu vermarkten. Dies reduziert die Vertriebskosten erheblich, da keine Provisionen an Versicherungsvertreter gezahlt werden müssen.

Die Rentabilität von Dentolo zeigt sich in den Zahlen: Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 2,3 Millionen Euro, während Wefox und Clark Verluste verzeichnen. Zudem liegt die kombinierte Schaden-Kosten-Quote von Dentolo mit 96 Prozent im profitablen Bereich. Seit Juni bietet Dentolo auch Krankenzusatzversicherungen an und plant, weiterhin zu wachsen, wie Stockhorst optimistisch betont.

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