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Delisting-Debatte um Alibaba, Baidu und JD.com

US-Politiker erhöhen Druck, Anleger fürchten Milliardenverluste und geopolitische Eskalation

 Delisting-Debatte um Alibaba, Baidu und JD.com

Die Diskussion um einen möglichen Ausschluss chinesischer Unternehmen von den US-Börsen hat erneut an Brisanz gewonnen. Zwei einflussreiche republikanische Politiker, John Moolenaar und Rick Scott, forderten in einem 32-seitigen Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC, insgesamt 20 chinesische Unternehmen von den Handelsplätzen in den Vereinigten Staaten zu verbannen. Zu den betroffenen Konzernen gehören unter anderem die E-Commerce-Giganten Alibaba und JD.com sowie die Suchmaschine Baidu und der Kurznachrichtendienst Weibo. In dem Schreiben heißt es, die Unternehmen seien entweder eng mit Chinas militärisch-industriellem Komplex verflochten oder verstießen gegen die Offenlegungspflichten der USA.

Zwar hatte US-Präsident Donald Trump kurz zuvor in Richtung China einen versöhnlicheren Ton angeschlagen und eine mögliche Senkung von Zöllen in Aussicht gestellt, doch auf politischer Ebene in Washington nimmt der Druck auf chinesische Firmen wieder zu. Die SEC hatte bereits in der Vergangenheit mit einem Delisting gedroht, falls die betroffenen Unternehmen amerikanischen Prüfern keinen uneingeschränkten Zugang zu ihren Bilanzen gewähren. Zwar schien dieser Konflikt nach einer Einigung im Jahr 2022 beigelegt, doch nun wird das Thema erneut aufgegriffen.

Die betroffenen Konzerne reagieren unterdessen auf die wachsenden Unsicherheiten. So bietet Alibaba Anlegern derzeit an, ihre in New York gehandelten ADRs gegen Aktien aus dem Hongkonger Börsensegment zu tauschen – gegen eine Gebühr. Ziel ist es, sich unabhängiger von den US-Märkten zu machen und einem möglichen Delisting zuvorzukommen.

Ob es tatsächlich zum Ausschluss chinesischer Firmen von der Wall Street kommt, bleibt offen. Zwar hätte Präsident Trump laut einem Gesetz aus seiner ersten Amtszeit die rechtliche Handhabe, diesen Schritt zu veranlassen, doch wäre ein solcher Eingriff mit erheblichen wirtschaftlichen und politischen Folgen verbunden. Allein bei Alibaba, JD.com und Baidu werden laut Morgan Stanley derzeit mehr Aktien in Form von ADRs in New York als in Hongkong gehandelt. Ein Delisting könnte zu Kapitalabflüssen in Höhe von elf Milliarden Dollar führen.

Analysten bezweifeln jedoch, dass Trump diese Maßnahme in naher Zukunft erneut ergreift. Eine Einschätzung von Goldman Sachs beziffert das potenzielle Verkaufsvolumen betroffener Aktien auf rund 800 Milliarden Dollar. Gleichzeitig könnte China Gegenmaßnahmen ergreifen und Investoren anweisen, sich aus US-Werten zurückzuziehen, was weitere 370 Milliarden Dollar betreffen könnte.

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