Delaware Life räumt Fehler bei Dodgers-Krediten gegenüber Behörden ein
Der Versicherer des Milliardärs Mark Walter klassifizierte Kredite an das Dodgers-Franchise jahrelang falsch – erst nach Ermittlungen änderte er den Kurs.

Der US-Versicherer Delaware Life, der zum Imperium des Milliardärs Mark Walter gehört, hat Kredite an „Dodger Tickets LLC" jahrelang als nicht mit verbundenen Unternehmen verknüpft deklariert. Das ist bemerkenswert, da Walter selbst Eigentümer des Baseball-Franchise Los Angeles Dodgers ist. Erst nachdem US-Staatsanwälte die Private-Credit-Bestände des Versicherers genauer unter die Lupe nahmen, änderte das Unternehmen seine Klassifizierung.
Aus Unterlagen des vergangenen Monats geht hervor, dass Delaware Life die Dodgers-Kredite nun als sogenannte „Level 1"-Investments verbundener Unternehmen eingestuft hat. Das ist die am engsten verknüpfte und potenziell konfliktträchtigste Kategorie von Vermögenswerten, die ein Versicherer halten kann. Die Umklassifizierung erfolgte im Juni – rückwirkend für die Berichte der ersten drei Monate des Jahres.
Vorladungen durch US-Staatsanwaltschaft
Die Unterlagen vom Juni belegen zudem, dass die US-Staatsanwaltschaft für den südlichen Distrikt von New York Anfang des Jahres sowohl Delaware Life als auch den Schwesterversicherer Clear Spring Life and Annuity vorgeladen hat. Im Fokus der Ermittlungen steht die Frage, ob die Versicherer es versäumt haben, Verbindungen zu ihren Private-Credit-Investments angemessen offenzulegen.
Walter leitet die weitverzweigte Holdinggesellschaft TWG Global, zu der neben Delaware Life auch Clear Spring gehört. Die Kredite an Dodger Tickets waren Teil von mehr als 100 Millionen US-Dollar an Private-Credit-Investments, die Delaware Life bis vor Kurzem als ohne Bezug zu verbundenen Unternehmen deklariert hatte – so zeigen es Quartalsberichte des Unternehmens.
Die Neubewertung hat erhebliche Auswirkungen auf die Bilanzstruktur beider Versicherer. Bei Delaware Life stieg der Anteil verbundener Vermögenswerte von rund 3 Prozent der investierten Anlagen auf etwa 42 Prozent – ausgelöst durch die Neudeklarierung von mehr als 10 Milliarden US-Dollar an Investments. Bei Clear Spring kletterte der entsprechende Anteil von 5 Prozent auf 52 Prozent des Portfolios.
Risiken für Versicherungsnehmer im Fokus
Besonders brisant: Die verbundenen Vermögenswerte von Delaware Life belaufen sich nun auf mehr als das Dreifache des Kapitals und Überschusses des Unternehmens von rund 4 Milliarden US-Dollar. Dieses Kernkapital steht zur Absicherung künftiger Ansprüche von Versicherungsnehmern zur Verfügung – ein zentraler Sicherheitspuffer im Versicherungsgeschäft.
Analysten, Aufsichtsbehörden und Investoren beobachten die Bestände verbundener Unternehmen bei Lebensversicherern mit wachsender Sorge. Sie befürchten, dass sich dort unterschätzte Risiken ansammeln könnten. Konkret argumentieren Kritiker, dass Investitionen in verbundene Unternehmen Interessenkonflikte erzeugen und Versicherungsnehmer benachteiligen können – etwa weil Vermögenswerte ohne Marktpreis zu falschen Bewertungen gehandelt werden könnten oder weil Versicherer im Besitz von Vermögensverwaltern zögern könnten, bei Schuldenrestrukturierungen hart gegenüber ihrer Muttergesellschaft aufzutreten.
Delaware Life stufte zudem eine Investition in den Ballinshire Capital Funding Trust von „nicht verbunden" auf einen „Level 1"-Vermögenswert einer verbundenen Partei um. Laut Offenlegungen des Versicherers Security Benefit wurde ein Trust dieses Namens im Jahr 2023 letztlich von Walters Geschäftspartner Todd Boehly kontrolliert.
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Zur AktienanalyseDer Fall Delaware Life steht exemplarisch für ein breiteres Phänomen: Hauseigene Versicherer von Vermögensverwaltern geraten zunehmend ins Visier von Aufsichtsbehörden und Anlegern. Hintergrund sind die engen Verflechtungen zwischen verschiedenen Teilen dieser Finanzimperien und die Frage, ob sich Kreditrisiken im Verborgenen aufbauen.
Einige Manager von Privatkapital haben versucht, Fragen zu Vermögenswerten verbundener Unternehmen abzuwehren. Sie argumentieren, die Klassifizierung sei zu weit gefasst und könne auch Vermögenswerte erfassen, die substanziell nicht verbunden seien. Offenlegungen einiger der größten US-Lebensversicherer zeigen jedoch, dass viele dieser Gruppen erhebliche Allokationen in Schuldtiteln halten, die eng mit verbundenen Parteien verknüpft sind.
TWG Global reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Delaware Life und Clear Spring lehnten einen Kommentar ab.


