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DefShop meldet Insolvenz an

Hunderte Kunden warten auf Rückzahlungen – Geschäft soll vorerst weiterlaufen

DefShop meldet Insolvenz an

Der Berliner Onlinehändler DefShop hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das sich auf Urban- und Streetwear spezialisiert hat, war in den vergangenen Monaten zunehmend in die Kritik geraten. Zahlreiche Kunden meldeten sich bei den Verbraucherzentralen, weil Rückzahlungen nach Retouren ausblieben und Anfragen unbeantwortet blieben. Zwischen Januar und Juli 2025 gingen nach Angaben der Verbraucherschützer bundesweit mehr als 700 Beschwerden gegen DefShop ein. In vielen Fällen hätten Kunden nachweislich die bestellte Ware fristgerecht zurückgeschickt, teils sogar mit Bestätigung des Wareneingangs durch das Unternehmen, doch auf die Rückzahlung des Kaufpreises warteten viele Betroffene bis heute.

DefShop gilt in seiner Nische als einer der größten Anbieter Europas für Hip-Hop-Mode und Streetwear. Auf seiner Webseite wirbt der Händler mit einem Sortiment von mehr als 22.500 Artikeln und rund 270 Marken. In den vergangenen Monaten wurden viele Produkte mit teils hohen Rabatten von bis zu 80 Prozent angeboten. Trotz dieser Preisaktionen konnte der Modeanbieter seine wirtschaftlichen Schwierigkeiten offenbar nicht mehr ausgleichen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche wurde der Rechtsanwalt Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er erklärte, der Geschäftsbetrieb solle zunächst fortgeführt werden.

Das Management plant demnach, über einen Insolvenzplan eine Sanierung des Unternehmens zu erreichen. Ziel sei es, DefShop in den kommenden Monaten auf eine neue wirtschaftliche Grundlage zu stellen. Ob und in welchem Umfang die betroffenen Kunden ihr Geld zurückerhalten, ist derzeit unklar. Auch für die 141 Mitarbeiter des Unternehmens bleibt die Zukunft unsicher. DefShop hatte im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von rund 56 Millionen Euro erzielt. Bereits damals bezeichnete das Unternehmen die Wettbewerbssituation im Onlinehandel als „intensiv“ und verwies auf die zusätzlichen Belastungen durch wirtschaftliche Krisen und sinkende Konsumbereitschaft.

Gegründet wurde DefShop im Jahr 2006 in Berlin von Alexander Büchler. 2017 übernahm die Beteiligungsgesellschaft Equistone die Mehrheit an dem Unternehmen und verkaufte es 2022 an die Schweizer Negotiari AG weiter. Seitdem kämpfte der Händler mit den Folgen eines verschärften Wettbewerbs und offenbar auch mit internen Problemen. Mit der nun eingereichten Insolvenz will die Geschäftsführung versuchen, die Marke DefShop zu erhalten und einen Neustart unter Insolvenzschutz zu ermöglichen. Wie lange der Onlineshop seinen Betrieb fortsetzen kann, hängt vom Verlauf des Verfahrens und den Entscheidungen des Insolvenzverwalters ab.

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